Bredouille

Schiebetür, -fenster, -dach

Gibt es eine unsichtbare Hälfte der Menschheit?

Ist es gut, wenn man Weltschmerz verquacksalbert?

Bei Sonnenschein ohne Komischgefühl im Hause bleiben, doch später nach Frischluft jappsen. Kaffee trinken, Tee und Zeug essen.

Manchmal muss man durch Phasen.

Dann braucht man rote Schlafzimmersamtvorhänge und Ringelnatz-Klabund-Gedichte, vielleicht auch die der schlesischen Nachtigall, Friederike Kempner.

Kannibalen

KZ-Aufseherinnen

Kontrolle wollte sie, nur das; sie legte die Ketten zurecht.

Das Literaturhaus explodierte mehr so nach Innen.

Heinz stand melancholisch am Tor, in der Hand das Tablett mit dem Marmorkuchen.

Für sieben Persönlichkeiten reichte ein Pfleger nicht.

Der graue Verwalter zog langsam seine Hände von ihrem Hals.

Sie fanden eine stilvolle Unterkunft zu fairem Preis.

Da lag Hamster Pupsi tot im gemütlichen Käfig.

Das Nichtsein hatte sein Sein übertölpelt.

Die Quelle war verschwunden.

Tautropfen zauderten.

Nimbus

Ein Eichendorffgedicht mit „Morgenrot der Ewigkeit“ am Ende. Heute nicht, es pfeift noch grober Wind zwischen den alten Häusern, wirft immer wieder die nicht geschützten Oleanderbäumchen um, und ich brülle, damit der eine da nicht drüberfährt.

Ob der Nachbar noch lebt, der mal statt Briefkasten so ein blaues Schlitzbehältnis mit der Aufschrift „Zum armen Hans“ am Tor befestigt hatte? Sein mittelalter Sohn kümmert sich.

Zugezogene beleben zusehends die alten Ortsmittegehöfte, wochenends sehe ich oft das kleine schwarze Auto mit dem Kennzeichen „BLB“ (Kenner wissen, was dies für eine Bedeutung hat für mich)! Mit der dickzöpfigen schönen Autoinhaberin habe ich mich unterhalten. Sie staunte über meine Ortskenntnisse um ihre Heimat herum. Auch meine. Zufälle gibt`s!

Morgen werde ich mit dem Enkel erkunden, ob sich kleine Spielzeugautos in verschieden temperiertem Wasser verfärben, außerdem Millionen Sturmabfallsästchen aufsammeln.

Heute noch in Gedanken zwei lange Briefe schreiben.

Timbuktu

Tropfsteinhöhle

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