Gelesen den Roman „Desorientale“, Rahmenhandlung ungefähr: Eine junge halblesbische Frau aus dem Iran will sich künstlich befruchten lassen…

Darauf folgend was eher Triviales, lediglich Unterhaltsames über eine Frau um die sechzig, die ihren alten Vater bisschen mitversorgt, eher zuschaut, wie eine Art Altentagesmutter namens Mandy den alten Wissenschaftler „Paps“ und „Schatz“ nennt und mit ihm völlig neue Unternehmungen startet. Sie selber geht ab und zu in den Wald, um mit einem jüngeren Rastamann zu vögeln. Der lebt dort sein eigenes Ding. (Deborah Moggach: Die Liebe einer Tochter)

Außerdem hat mir jemand glaubhaft versichert, dass von den Öffentlichen Bücherschränken keine Virendingsgefahr ausgeht, selbst, wenn jemand schwer in die Bücher gekeucht habe…Auf trockenem Zeugs hält sich das Zeug nicht.

Paar aktuelle Sätzchen, damit…ja, was und wie?

Im Garten haben wir, wie ich grad auf dem Schildchen sah, einen „Shrubby Althea“, einen Syrischen Eibisch. Der Garten ist wieder voll trocken. In Syrien ist es nicht voll nass. Mal schauen.

In der alten Hühnerstallerde finden sich dicke Porzellanscherben, alte Eierkohlen, Knöchelchen, das fahren wir in Schubkarren an andere Stellen, vorbei an leicht stinkigen Kaiserkronen und donnerwachsendem Sommerflieder. Hoffentlich kommen die Weidenröschen wieder, die liebe ich.

Die eine buntschmetterlinglich angezogene Autorin antwortet auf die Frage hin, wie sie sterben möchte: Nicht im halben Satz…

Wehmut

Erkennungsmelodie

Hat man Rote Bete gespeist, darf man erstaunt seinen Ausscheidungen nachschauen, kurz bevor sie sich mit heftigem Trinkwasserdruckgesprudel nach unten entfernen. Ist ja kein Blut!

Gegen Schnecken kann man sich, wie gestern gesehen, mit einem gärenden Moostrunk erwehren. Einfach zehn Handvoll Moos in ein hohes Gefäß stopfen, mit ca. fünf Litern Wasser übergießen und eine Woche dicht…Schnecken würden allein den Geruch so gar nicht mögen. Mal ausprobieren! Link dazu im ersten Kommentar.

Schon kommt es einem merkwürdig vor, wenn sich in Filmen Menschen tummeln, gar berühren, so Küsschenlinksrechtsformalumarmung…

Im Traum hatte eine Freundin einen kleinen Holzgeldbeutel mit Schnappverschluss, damit renne ich zum Cheftraumdeuter. Im andern brüllte der Inzestfetthaarbauer, der mit seinen zwei gräßlichen Schwestern in unsäglichen Stallszenarien lebte, hinter uns her von wegen Ohren abschneiden und so. Später saß meine Schwester im Kornfeld, stieg ab und zu hoch, „Arschloch“ schreiend zu der alten Fetthaarschwester, die den Feldweg entlang schlich.

Nachtrag: Grad lese ich gern im Ortheil-Blog, bei Luisa (die dolle Übungen vorführt) und bei Claudia Klinger, habe auch wiederholt in meiner Blogroll gehaust. Vielleicht fehlen noch ein paar Neuzugänge. Will aber nicht suchen, sondern erstmal in den Garten…

Sprachlosigkeit

Wo sind die dicken, wo die spindeldürren Witwen, die im Cafe bei den Sahnetorten plaudern, kreischen, zotig seufzen. Eine von zwölf kennt spezielle Songs des heute 78-jährigen Bob Dylan, eine andere fraß früher Jaggers Breakdownpillen, putzte manisch, brüllte in hysterischer Stimmlage, dass wir ihre Sargnägel seien, kochte Ohrfeigenmus als Nachtisch für knusprige Apfelzwiebelleberglitschenstücke.

Wie konnten so derbe Worte dem feinen Muttermund entsprühen. Was gab es an Überlebenstaktiken. Sie haute sich nicht in eine Ecke mit ihrer Elektrogitarre, duckte sich bei Sirenengeheul, zitternd sich zusammenknäuelnd. Oma rauchte überm Kreuzworträtsel, Löwentier mit sieben Buchstaben. Ihre Freundin schrappte sich mit einem Küchenmesserchen die Hornhaut von den Fußballen.

Gestern Abend spät sagte der Radiosprecher zu Anfang des Wetterberichtes: Und morgen erwartet uns wieder ein schicker Tag…

der wunde Punkt

Die bequeme Warmhose, obenrum elegantes Blüschen für die Videokonferenz. Och nö. Der Lachpfropf steckt im Hals, Geldbeutel werden hölzern, Omas beiseite geschubst. Die mit dem Opernabo singen selber, Forellenliedchen oder Balkongeeignetes.

Schnellkaffee mit Vanillezucker geht immer, genau wie Bananenscheibchen in Eierlikörsuppe. Aus den Hyazinthen fällt eine braune Mischlingsraupe, wohl entstanden aus Regenwurm und Engerling, dem Aussehen nach.

In zwei, drei Tagen hätte Mutter Geburtstag gehabt. Wie hat sie oft so frohgemut geträllert, besonders im Angesicht fast zahnloser Almöhis oder Stuttgarter Bordellbesitzern.

Wankelmütiges, seltsames Wandern in Memorialkreuzgängen, tonloses Weinen mit schalkhaften Blinzelaugen. Das hat uns gerade noch gefehlt!

Im Kloster Maulbronn blüht es und keiner sieht es.

Verheißung

Archive