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Als staatlich anerkannte Geistesgestörte muss ich nicht herumleben, davon las ich nur und sah mich gleich im Holzfällerhemd am großen Flößerfluß sitzen, so mit Dickwolljeans und Zigarillo, elegant in der Hand.

Meine Bücher bringen Geschichten zum Lebensschweben, ab und zu ein knallharter Blindgänger dazwischen, meist ein Qualkrimi von einer schwedischen Irischdame, mit den üblichen Waschküchen im hinteren Mooresgebiet. Wo Wollgras zappelt und Schneeerika blüht.

Um das Fleißmädchen aus mir zu machen, hat man mir die Flausen beinahe ausgetrieben, nur noch heimlich las ich und war bettzeltig ein Hülsenfruchtluder, reibe mich gerne am Kontext der collagierten Herangehensweise von Bloggerkolleginnen am Dekolimit.

Vielleicht sollte man es bewusst übertreiben mit dem Weihnachtsglitzerzeug, so anmutend erinnernd an nie stattgefundene Christkindtage. Jetzt kommen die nie kernheiligen Wünschelrutengänger in den verschneiten oder regnerisch vermatschten Garten, die geräuscharmen Laubbläser haben das Düngelaub in die Ecken transportiert oder tat es der Kleine mit seiner Kinderschubkarre…

Immer öfter verlaufen sich wilde Tiere in Konsumkreischverkäuferinnenhäuser. Schlimmer geht immer.

Stift

Ach, die hört nach ein paar letzten Lebensstunden auf, nach ihrer Mutter zu schreien. Das machen viele am Ende!

Damit tröstete mich eine Krankenschwester auf der Inneren, als ich für wenige Tage in der Klinik sein musste.

Und im Traum kam letzte Nacht diese große Unwohlsunbehaustheit zutage, die moosartig beschichteten Schwestern diagnostizierten eine fehlende Mutter von Anbeginn. Aber die bezog doch alles Küchenmöbelinnere mit gewachstem Schrankpapier, die trug an den Sonntagen eine weiße Schürze, und sie sang von den freien Gedanken. Doch nachts schrie sie, weil sie ihren Vater hängen sah. Am Baum im ruhigen Wald.

Ins Leben starten, Menschenskinder, das war doch nur aus Versehen!

Du, Mädchen, hast immer die Schrankfächer ohne Papier gelassen, hast Sekundenkleber neben dem Müsli gelagert, die Lottozettel beim Abendbrotbrettchen. Ach komm, du kannst mir da nix weismachen.

Sei so gut, bring dem Papa die Hausschuhe und schäle ihm eine Orange, der hat sich das verdient!

Feinschmecker

Am grauen Nachmittag die letzte Sendung des NDR-Bücherjournal geschaut, Link im ersten Kommentar. Sturmhöhengedenke, es kommen einige zu Wort, man kann sich amüsieren über enorme Augenbrauen oder feine Stimmen. Frisch, Böll, Grass, Jens, auch der gestrenge Kritiker – und der liebe Roger Willemsen erzählt, Frau Bachmann geht spazieren, stolpert beinahe, Herr Bernhard mit dem feinen Grinsen; man erfährt was über Väter, die man so gerne gehabt hätte, sieht springlebendige Autorinnen, nicht nur Astrid Lindgren- insgesamt eine schöne Sendung ohne geschmalzte Wehmutstränen, dafür mit bisschen Zitronenkuchen.

Kehrwoche

Im Schnee wäre nun zu erkennen, ob wir einen Goldschakal im Hof haben oder eine Divergenzratte, einen Rosinenhäscher oder einen Rotkehlchenverschlinger. Vielleicht auch einen Pfennigfuchser der weiter entfernten Sparkasse. Nudelbeutler, Trittstufenbummler, Hefeteigsverzischer, Päckchenorgler oder eine dürre Wintermantelgiraffe.

Die böse Loriotförsterin zerteilte schon einige Male ihren Mann, das erste Lichtlein brannte. Wir sehnen uns nicht nach Florida, wir malen krumme Wurzelästchen deckweißig an, um Duftiges dranzuhängen.

Auf das Blätterwegfegen folgt immer die Sache mit dem Schnee. Schon dieses bretterige Kratzen früh am Morgen sagt was an.

Ich staune über die diversen Prioritäten meiner drei Kinder und überlege im Adventskerzenschein, woher das kommt. Von weit hinten, da lauern die unmerklich überspringenden Eigenheiten im Erbschaftsgebüsch. Von daher nicht weiter erstaunlich.

Vergesse ich später, die Kerze auszumachen, könnten sämtliche Träume und Stickläppchenarsenale abfackeln.

Betriebsblindheit

Die Kalenderwirtschaft lacht. Sie sind so dünn geworden, es sei denn, man lässt sie dran, die Kalendereinzelblätter.

Auf meinem Bleistift ein Schiller-Zitat:

„Schrecklich immer, auch in gerechter Sache, ist Gewalt.“

Deshalb Abstand von auch nur Andeutungen…

Hat man denn als Mensch nicht automatisch mit dem Erscheinen auf dieser Welt ein Recht darauf, in gewärmte weiche Tücher gewickelt zu werden…

Inbrunst

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