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Diesen Sommer gab es keinen Besuch im Kloster Maulbronn, auch nicht im Literaturarchiv in Marbach und nicht im großen Freiluftantiquariat in Ludwigsburg-Hoheneck.

Mentales Waldstreunen vielmehr, oder auch den Hammermörder durchs Gebüsch schleichen sehen. Dabei war es nur ein Bauer, der mit dem Riesengerät auf der Schulter zum Zäunemachen trabte. An deinem Feuerchen im Tiefen ducken sich gefährliche Gestalten, im Zaum gehalten von liebenden Heulkrankenschwestern.

Karierte Decken über der Schulter und Sanddornlikörchen schwenkend, wie die alten Krähfrauen der Ingrid Löök, passen sie auf ängstliche Rehaugenmädelchen auf. Mit erlernter Hilflosigkeit lässt sich schön spielen.

Ende der fünfziger Jahre bei diesen pfurzigen Familienfeiern, wo die dralle Wienerin im Carmenblüschen voll des Kirschwässerchens unterm Tisch den augenrollenden Herren an die Wäsche ging.

Mein Paisleymusterlebensweg bittet darum, in triefenden Fetzelstücken aufgeschrieben zu werden. Konfetti bitte arglos dazwischen pusten.

Hupkonzert

Nein, kein Pferd ist da, und auch sonst nix Aufregendes, kein Notarzt, kein verwirrtes Kräuterweiblein, lediglich ein paar Schwirrgedanken und Treppenliegbücherstäpelchen.

Sinnieren über Zeitschriften und Magazine. Angefangen bei „Twen“, „Courage“ und die später verschmähte „Emma“.

Dazwischen gab es das wundervoll seitenreiche „Peter. Das Feierabend-Magazin“, die Nr. 2 von 2001 liegt vor mir. Mit Themen wie „Zanzibar: Wo der Pfeffer wächst“ oder „Litauen. Die Mitte Europas“.

„Literaturen“, auch sehr geliebt! Die Fachzeitschriften für die Schule: Deutsch- und Kunstunterricht mit endlos herzigem Material. Das Heft mit dem verdreckten Schatzkartenrezept habe ich noch immer, so manches Gedichtstundending auch noch.

Für Garten- und Wohnsachen gab es „kraut & rüben“, vom wilden Horst Stern die „natur“, später „Geo“ und ähnliche. „Landlust“ nur bei schlimmen Verstimmungen. Hilft heilen…

Derzeit Probeabo von „Das Magazin“, kleine Zeitschrift, die sich aus DDR-Zeiten gehalten hat. Stets mit neckischen oder wunderbaren Erotikfotos angereichert.

Multiple Choice

Neben schwarzen Lakritzeschneckchen liebe ich die bei den Nüsschen zu findenden getrockneten Mangostreifen.

Ach, da wären noch diese Hemingwayschreibweisen mit mir zu heftigen Jagd- und Gewehrsgeschichten, knappe Sätze nur manchmal, dann lieber mit Miller und ein paar Damen in die Badewannen von Clichy- oder im ganz neuen Buch von einer Emma Becker schauen, wie es im Freudenhaus so menschlich zugeht.

In Anbetracht der Kürze des Lebens und eines frohen katatymen Bilderlebens käme nur die Liebe in Frage…Deshalb schleiche ich mich mit dem Sombrero der letzten warmen Sommertage in die mit goldenem Samt ausgelegte Seelenhöhle…

Spielverderber

Der Morgen: An der Butter hing ein winziges Mückentier fest, zuckte rum und kam nicht mehr weg. Wanderte frisch getötet ins Kompostschüsselchen.

Der Enkel erzählt, dass sie in der Schule nicht singen dürfen!

Dennis Scheck wirft das neueste Seethalerbuch über Gustav Mahler in die Tonne.

Ich lerne was durch meine Lektüre:

„Möglicherweise träumte ich von dem uralten Fluss, der heute unter den Asphaltstraßen und modernen Gebäuden begraben ist, dem Fluss Eridanos, der das antike Athen nördlich der Akropolis durchquerte. Ich hörte den Sog der Strömung, die ihn zu den Brunnen führte, an denen Sklavinnen Schlange standen, um ihre Krüge zu füllen, die sie dann auf dem Kopf balancierten.“ (aus „Heiße Milch“ von Deborah Levy)

Und ich denke an meine Giftgroßmutter, wie sie den Kindern meiner Schwester in unbeobachteten Momenten Bösartigkeiten zuzischte.- Mit meinen kam sie hoffentlich weniger in Berührung. Für mich als Kind reichte es: Volle Ladung Familienfluchtangstausstöße, sehr klebrig.

Wie es bei der kleinen Fliege so geschah…

Bungalow

Nicht die Sünde wurde geboren,

als Eva den Apfel pflückte.

Geboren wurde an diesem Tag

vielmehr eine großartige Tugend,

Ungehorsam genannt.

(Oriana Fallaci)

Geheimniskrämerei

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