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Nachts nackt im Baderaum mich salbend, damit die Sonnenhaut Nahrung bekommt und es keine Brandschüppchen gibt. Dabei an Freudenstadt denken oder an Osselhausen am Darknetrand.

An diverse Blogs denken, an verschollene Kommentatoren, die sich ein Seh- oder Reaktionsknöchelchen gebrochen haben, bei Gott nichts Schlimmeres.

Reisezeit. Ich reise, wenn überhaupt noch, a-zyklisch. Genau so, wie ich an Geburtstage denke, schenke und mit Aufmerksamkeit bedenke.

Der Enkel sagt, die Nuba im Kindergarten weine oft, aber ohne Tropfen.

Ich kannte einen, der lachte sportlich, männlich, lauthals, aber ohne Beteiligung seiner sachlich traurig blickenden Augen. Stummsteingefühlstot. Die Gründe dafür kannte ich nicht, war ein Kollege.

Sport und Mathe.

Wie geht das? Ach, komm, du salbendes Weibchen, das weißt du ganz genau!

Für heute Abend nehme ich mir einen Blonden Engel vor!

Beginen

Ruckediguh

 

Mir reicht`s,

sprach Aschenputtel,

stieg aus dem grauen Kittel

und schmiß ihn ins Küchenfeuer,

ließ die Linsen Linsen sein,

– die Tauben mühten sich

längst für den Frieden –

warf einen zärtlichen Blick

auf den Haselstrauch

und machte sich

aus dem Staub.

Nur der Königssohn

kann es nicht glauben.

Er sucht noch immer nach ihr

mit einem Schuh in der Hand.

 

(Inge Meyer-Dietrich. In: Großer Ozean. Gedichte für alle. Hrsg.: Hans-Joachim Gelberg. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 2000)

bettelnde Menschen

Zum ersten Mal passiert ja alles. Bei mir ist es ein beim Lieblingsbuchhändler im Lieblingskleinstädtchen bestelltes Buch, auf das ich arme Gierleserin nun einige Tage warten muss, da es nur nach Bedarf und Bestellungsaufkommen gedruckt wird.

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Außerdem beschweren sich Naturökomenschen über die absurde Zunahme an an Bächen und sonstigen Naturwundern gebauten Steinmännchen- oder türmchen.

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Und: das Tollste, man kann ab vorgestern Indoor-Camping machen. Ganz ohne Wetter und Getiert, wie wunderbar ist das denn!

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Das waren meine drei Sommerlochgedanken, natürlich nach Belieben ausgestaltbar. Würde jede und jeder anders machen. Ich überlege beispielsweise, da es doch jede Menge Wüteriche gibt, ob die nicht zu den Steinmännchenorten rasen und mit ein paar Fußtritten…

manchmal brauch i des einfach

manchmal brauch i

a kloans nonsenserl

auf der straß

oder im omnibus

oder in der vorlesung

a ganz kloans nonsenserl

 

des merkn die leit gar net

weil die koan verstand net habn

für so a kloans nonsenserl

so einen verstand hab bloß i

verschtengerns mi

 

(aus einem Gedicht von Felix Hoerburger. In: Der Ewige Brunnen. Ein Hausbuch deutscher Dichtung. Gesammelt und herausgegeben von Ludwig Reiners. C.H. Beck München 2005)

Pink Floyd

Bin Stammschauerin der Serie „Lebenslinien“ im Bayernfernsehen, immer Montags um 22 Uhr. Gestern über eine ältere Dame des Widerstands gegen Wackersdorf und auch gegen anderes staatlich verordnetes Ungemach. Ihre Widerstandssocken lassen sie unaufhörlich tätig sein und Gutes herstellen, kein Wort der Müdigkeit, keine Jammertirade. Nur Trotz und Stolz.

Und: Habe eine Strelitzie geschenkt bekommen, die stand da so herrlich farbig auf meinem Pflanzensammeltablett und eine junge Gästin schaute versonnen darauf, erhob sich plötzlich und fummelte an der Pflanze. Mit einem Triumphblick brachte sie diese an den Kaffeetisch: Hab ich mir`s doch gedacht!

Siehe da, die spitzen orangenen Blüten waren künstlich!

Sie kannte es, weil sie nach einem Jahr der Wundersamimmerblüherin bei sich daheim auf die Spur gekommen war. Die blüht aber schön und immerdar, dachte sie, ging hin und fühlte…

Habe mal näher geprüft: auf dem Schildchen steht nichts von künstlichen Blüten, nur, dass der Topf in einem Baumarkt gekauft wurde.

Die Dame, die mir das geschenkt hat, bemerkte das Kunstzeugs auch nicht.

Welcher Fisch das irgendwann mal frisst, der wird innerlich verstachelt. Es wird gefressen! Man lese bei Luisa Francia, die täglich im kalten See schwimmt. (Eintrag 15.7.)

Der Name Oxana sagt mir nix, gefällt mir aber wegen seiner russischen Anmutung. Die Besitzerin des taffen Nagelstudios in der Anklamer Vorstadt nahe bei den Sümpfen heißt so. Ihren Doktor in Sinologie hat sie noch nicht, dafür einschlägige Menschenfangzurichtungserfahrungen in Moldawien gesammelt. Abwechselnd lila und grellgrüne Krallennägel hat sie mit oben jeweils einem Miniglöckchen an der Spitze. Die ungarischen Blumenrandteller spült sie damit nur einmal die Woche, nachdem sie die Colakisten in ihre Winzwohnung geschleppt hat.

Oxana ist wildangepasst und bellt nachts leise wölfisch analog, hat ihre Verfolger längst abgeschüttelt, ganz ohne Mühe und bewirbt sich nun als Küsterin an der Heidschnuckenkirche. Einen Nagel hat sie sich beim Praktikum schon am dicken Läutseil weggefetzt, doch das macht nix, die Menschenfangzurichtungsgebräuche waren härter, nix wirft sie mehr um.

Sie will ihren Lebenslauf mit Kitt, Gips, Lack, Leder und ein wenig Seilhanfchristentum anreichern, nicht mit Normdurchlaufstationen. Überhaupt, wenn nichts Sinn macht, dann alles. Je verdrehter, desto flexibler wird das Leben.

Vielleicht radelt sie später in den Anklamer Bruch und fotografiert doppelte Unken oder Störche mit Drillingen.

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