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Stegreiftheater

Sollte ich sauertöpfisch mein Jammermoralmündchen ziehen, mich beklagen wollen über sich nähernde Tode oder über meine mitunter rutschenden Bücherberge, muss ich lediglich in mein Ressourcenbibelchen schauen oder bei rasend gesunden Bloggern lesen. Feine Energiesprühungen ergießen sich über mich wie damals im Frankfurter Flughafenausbauwald es die Wasserwerfer taten.

Wie gerne schreibe ich extraverschrobene Sätze, wie gerne lese ich herum mitten im Stifter, Kleist, Storm – Hesse nicht zu vergesse…Ich will nicht, dass es endet, nicht diesen geliebten Teil meiner Schreiberfreiheit verlieren, Sucht hin oder her.

Weiter an dadaistisch surrealistischen Textchen basteln. So im Stillen erfreut das lange nicht so. Wander- und Ruhetage gleichermaßen hier gestalten, ganz nach Gusto. Nicht mitmachen bei Projekten, nicht immer wieder gleiche Themen in anderen Blogs goutieren, ein Freigeistleben führen und drüber schreiben.

Das mit dem Schreibgeländer habe ich von der Journalistin Carmen Thomas. Aus einem Buch über den guten Umgang mit toten Menschen. Das gab ich meinen Schülern an die Hand und sie mochten es lieber als die Ordentlichstrukturschreibhinweise der Curricula fürs Fach Deutsch. Natürlich waren keine Hinweise auf Leichenwaschungen enthalten, lediglich die rohen Ideen.

Der Garten lenzt sich schwer und bunt auf den Mai zu, Eichelhäher und Eichkätzelchen tun den Tanz, gebärden sich wie rasend. Gutes Programm!

 

Ballade

Hottentotten

Soeben eine enorm große Wespe mit Glas und Karte in die Draußenluft befördert. Davor die Todesanzeigen mit leisem Schrecken durchgeschaut: nur Frauen, ein paar Jahre nach mir geboren. Was macht das mit meinem Tag? Eventuell seccoartige Lach- und Lebensspritzerchen unterm Tagesfalterhemd. Meine Buchhandelstätigkeiten taumeln in die Dämmerzone, doch immerhin werden circa fünf Bücher monatlich versendet, vor einigen Jahren waren es zehnmal so viele.

Meinen Mittagsschlaf mache ich im noch nicht abgezogenen Bett der Besuchstochter. Das fühlt sich an wie eine nachträgliche zarte Umarmung!

Im Garten gibt es eine frische Schar von Weinbergschnecken. Oder sagt man Herde oder Rotte? Eventuell ein paar wilde Grauburgunderrockerschnecks darunter?

Eine Phlegmamelancholiamixfrau scheine ich zu sein. Philomena, mein wahrer Name. Eine verrückte mit diesem Namen saß in meiner Kindheit am Feldwegsmarterl und zeigte blutige Hände vor.

Ach nein, sie hieß Frieda. Aber egal. Ehrfürchtig flink huschten wir Kinder an ihr vorbei. Manchmal brüllte sie und hielt die Arme gen Himmel gestreckt. Daneben auf der Wiese hatte der dicke Bauer einen Hitzschlag erlitten und lag da einfach mit seinem dunkelroten Kopf. Der schon beladene Hänger wankte bedenklich, als die Knechte runtersprangen. Notruf. Wie der ging damals, wer weiß.- Vielleicht wurde die bucklige Hebamme gerufen, die wohnte in der Nähe.

Von der Dickwespenwepse zum Bauernhitzschlag. Nun noch Kakteen raustragen. So geht Heute!

 

Phlegma

Diese letzte Reise auf die Insel lässt mich erlahmt vor mich hindenken, kreuchen, zweifeln, schlafen, schleudern. Der Enkel spielt eine maßgebliche Rolle im Wiederaufbau. Gestern sprachen wir über die Farben der Schmetterlinge, er schaut an mir runter, sagt: Du hast ein schönes Nachtfalterhemd an.

Weit hergeholte Gedanken umflattern die Nachtfalteraltfrau.

Schwebende Verfahren.

Vielleicht alle Bücher weg, die Wände mit den Umschlägen tapezieren und Seelenzerreißproben sammeln. Dünne Glasgefäße mit Schicksalsschlieren, unsäuberbar.

Das Lesetier will schreiben. Nur noch auf Papier demnächst. Papier, das nicht im Hause bleibt. Es wird versendet oder verbrannt.

Man wird sehen!

Pergola

Züchtigungsrecht

Verschiedenste Tulpensorten in deutlichen, klaren Farben auf stabilen Stengeln verprächtigen den Garten. Papageiengezacktrandige kommen gerade unter diskretem Schniefen von Pollenkrankrotnasen.

Jack Kerouac meinte:

„Trotzdem kamen wir auf anderen Ebenen des Wahnsinns gut miteinander klar.“

Das passt zwar nicht und irgendwie doch.

Sagen Erwachsene „irgendwie“ und „Wahnsinn“? Flippen sie aus, sind nicht so gut drauf, rasten aus bei der kleinsten Alltagswidrigkeit? Klare Antwort. Individuell divers.

Auf der Insel letzte Woche wollte kein, noch nicht mal ein normales Ansichtskartenwort, von mir geschrieben sein.

Düstrigschmerzen mit Husten. Melancholie von wegen „family“.

Der Enkel brach sich ein Bein. Nirgends schnaufte ein Glücksschwein.

Jetzt geht`s wieder, verursacht durch mein häusliches Behaustsein vor allem.

Die Farbenpracht in der Natur bringt mich auf die Spur. Sogar zwei neue Bücher antiquarisch bestellt.

Verlangen nach menschenreichen Events niedriggradig, bis fast auf Null.

Neue Worte scharen sich vor einem Postkartenstapel. Adressbuch anbei. Mal sehen.

Mit manchen Menschen komme ich sowas von klar. Gerade deshalb!

 

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