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In Schwägerins Küche stand urplötzlich, wie von irgendwoher gezaubert, dieser feinwollige Labradoodle hinter uns und guckte lustig umeinander. Ach, der, meinte Ingi, der kommt immer durch den Garten von den Nachbarn hierher, ist mit uns gut Freund und kriegt gleich ein Leckerli aus dem Jugendstildöschen.

Im Traum wollte jemand mich am ganzen Körper mit grellbunten Sonderangebotszetteln bekleben, außerdem hing heute früh eine merkwürdig zusammengefaltete Spinne an der Wand über meinem Nachtschränkchen. Da war was Krümeliges in meinem Mund gewesen und ich hatte in hohem Bogen und mit viel Dynamik ausgespuckt. Zum Glück ist da keine Phobie. Zum Glück nur einmal im Leben, bis jetzt. Als Kind im Wald mal `ne dicke Fliege verschluckt, ansonsten nur Essübliches.

Ein Labradoodle ist eine feine Mixtur aus Labrador und Pudel. Ohne Sonderangebotsschildchen und Spinnweben.

Vervielfältigung

Über Verena Stefans kleines Buch „Häutungen“ schrieb ich schon ab und an. Als ganz junges Ding las ich das und es war wie eine Offenbarung für mich, dass ich mir nicht alles gefallen lassen musste. Erzogen zur devoten Anbeterin aller Männlichkeit gab es heilsame Neuigkeiten, die lebensbestimmend wurden.

Nun sah ich diesen wunderbaren Film, nicht nur über Verena Stefan, sondern über den Kreis ihrer engsten Freundinnen, in den ich mich so richtig lebensmattsatt fallen lassen konnte.

Freundinnen sind Verwandte, wurde da gesagt. Das „unterschreibe“ ich gern!

Link zum Film im ersten Kommentar!

Märchenfigur

Irgendwo las ich über die Bedeutung windzerzauster Kiefern am Meeresrand. Man kann sich Wichtigkeiten verschaffen. Auch trug ich ein Nachtgewand, in dem ich wie die Schiwago-Lara ausehen wollte, dazu immerzu diese süße Sehnsuchtsmelodie. Karel Gott übte sie lange in seiner gelben Villa über Prag. Nie heulten dort die Wölfe wie hinter Laras Hütte. Trotzdem.

Weißt du, wohin…?

Bravo

Leider haben wir keine wilden Fremdenverbeller mehr, ich möchte mich nicht kümmern müssen, und es bleibt ja immer an einer hängen. Tierarztbesuche, Krallenbegucker, Schinkenstückausdemhalszieherin, Sachenausbuddelverhinderin, ne, danke. Es wird trotzdem demnächst ein neuer angeschafft, da kümmert sich das Herrchen…

Auch die Topfpflanzen werden minderer. Wladimir Kaminer erzählte von irgendeiner Kunigunde, die mit den ihren spricht. Auch hier meine werte Verweigerung. Grad noch so ein paar, ab und zu mit Bettflaschenwasser gießen, jaja.

Einen Roller will ich nicht und bitte keine dieser konform zu tragenden Steppjacken, lieber ein leicht zerrupftes Filzmäntelchen mit Samtrand.

So ein Sammelkärtchenalbum mit Fußballern oder neuartigen Geisterwesen will ich auch nicht, dafür gern das alte Leporellobuch über Sommer- und Herbstblumen, oh ja.

War das nicht aus dem Antiquariat in Theodor Storms Geburtshausstraße, aus Husum also, oder aus dem Freiluftbuchkaufhaus in Ludwigsburg-Hohenecken, an der idyllischen Ecke am Neckar?

http://antiquariat-althoheneck.de/

polyglott

Es tummeln sich diese riesigen Fahrzeuge, mitunter rasant schnell. Früher war da ein Weinlesehelfersgelächter, wie sie pausierten auf den umgedrehten Weinholzkisten, Leberwurstbrote schlangen oder heiße Fleischwurst, manche sangen Holterpolterlieder, riefen sich grobe Scherze zu oder raunten halbtrunken leidige Sprüche. Die Nachbarn von schräg gegenüber schliefen in ihren Bauernklamotten und das über Nacht verstorbene Ackerpferd musste mit einem Kran aus dem engen Stall geborgen werden.

Ganz früher kannte ich den unseligen Leberwurstfabrikanten, der einen Hund Marke Boxer hatte, der so gern sich über Tapetenstreichwasser hermachte und dann weiß oder annersterfarben pinkelte.

Gestern Abend mal `n bisschen Kultur bei Wladimir Kaminer, der aus seinen Büchern las oder gestenwild frei erzählte und eine komische Stimme bekam beim Berichten über seine Bemühungen, einen Radiosender von Berlin nach Moskau zu schalten.

Lieblingslandschaft

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