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Bast

Plötzlich diese anderen Umstände. Entstanden durch Überlegungen der Machbarkeit. So tun, als ob. Einfach hoch erhobenen Hauptes das Taxi der Möglichkeiten bestellen. Der Fahrer ein redefreudiger älterer Philosophielehrer. Entweder Fontane-Poesie lesen oder nach Oregon fliegen zu den Haschgummibärchen in diesen neuen Extraläden mit den eifrigen, bärtigen Verkäufern und Anpreisern.

Man könnte Schneeglöckchen pflücken, sich die klammen Finger mit giftigem Saft einreiben, noch vor dem Frühstück. Die Nachdenkdrohne schwebt über weiß befrostete Dächer und schreit Rilkeverse, oder was noch?

Lieber doch nicht solche Bärchen, die Jugendsünden haben eh innere Organe vernebelt, der junge Bipolarfreund warf sich sogar von der Rheinbrücke und starb auf den Ufersteinen.

Jetzt hab ich`s: Soleier machen!

Dunstkreis

Man kramt ein wenig in alten Sachen, findet Erstaunliches, wie hier:

Dann greift man ins Regal, zieht das Buch mit dem angefressenen Papierumschlag raus, blättert und vertieft sich. Aussortiert aus irgendeiner Lehrerbibliothek: Dichtung im Unterricht. Nein, kein Unterricht mehr, aber süß, darin zu lesen. Zum Beispiel, dass man so schön schmunzeln kann über altkluge Äußerungen von Kindern. Oh ja. Oder die musikalischen Effekte beim Lesen von Verlaines-Gedichten.

Atemlos macht mich das freilich kaum. Eher so Titel wie „Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber“, oder die Altsachen von Miller und Kerouac, Filme wie „Paris-Texas“, oder wie einmal der VHS-Vorsitzende mit Sommerhütchen in unser Frauen-WG-Haus streunte, mich im Bett liegend vorfand, nur kurz was wissen wollte zur Deutsch-Französischen Freundschaft.

Man schnauft auch in Extase atemlos!

Mutmaßungen

Ja, es gibt die ersten Schneeglöckchen draußen, Unschuldsweißblüte. Die Essenz der grauen Tage, Frohspende für unsere Augen. Das Eichhorn rast leichtfüßig drüber, den Walnussbaum hoch, die vorletzte olle Nuss packen und zurückhupfen.

Der Enkel ist von der Schule aus angehalten, ein Glückstagebuch zu führen. Erster Eintrag: ich hatte Glück, meine Oma hat Fisch zubereitet für mich. Mal sehen, was noch kommt. Vielleicht mache ich es ihm nach, muss ja nicht gleich Glück sein!

Nach dem Morgentief gestern, mit dem Gefühl, in nasse kalte Beuysdecken geschnürt zu sein, erzählten wir uns was über frühe Forscher. Die zeichneten das Entdeckte, die hatten keine Kameras oder Ähnliches, tatsächlich zeichneten die, Pflanzen, Tiere, Würmer, Landschaften, Erdformationen…Pilze, Mumien und Ohren.

Heute keine stinkenden Filzdecken, heute mehr so Cezanneäpfelchen und Eisbecherwunderkerzen.

Der gestiefelte Kater

„Man erwacht in der Nacht und hat einen sublimen Gedanken und freut sich seines Genies, steht auf und schreibt ihn auf beim Mondschein, im Hemde und erkältet die Füße: und siehe, am Morgen ist es eine lächerliche Trivialität, wo nicht gar ein krasser Unsinn!“

(Gottfried Keller)

Gehege

Keine Schneeflocken tummeln sich, matschen aber auf dem giftgrünen Autodach herum. Verzögern die Lieder und Morgenandachten, die hausieren gehen mit modernen Achtsamkeitsbeschreibungen, die einem eventuell vorhandenen Gott gefallen würden. So sittsam und klug, kommen nie ins Stolpern.

Wie meinte schon diese poetische Ingeborg: Es kommen härtere Tage!

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