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Chiffre

Erste Sommerübungen. Wäsche draußen, am Tisch die Ameisen. Beim Buchzuschlagen (Schreibtisch mit Aussicht) klemme ich die Winzfüße einer Ameise ein. Sie zieht kurz und rast weiter. Ich muss mich schicklich kleiden, noch sind Bäume und Büsche fast unbelaubt, die Muslime von Gegenüber haben Einblick.

Es landen keine Schwäne hier, es kommen keine Sektflaschenwinktanten vorbei, noch nicht mal eine andere Mutter. Dann eben Gedanken an meine eine, an gemeinsame Gartentage, Vogelbeobachtungen, Männersitten, früheres Putzfimmelgeschrei, Türen schlagen und Notaufnahme. Gegen Ende soviel Schönes, dieses stolzes Flanieren mit ihren „Mädchen“, nach all den Kämpfen mit ungehorsamen Rabaukenweibern, denen sie spinnerte Netze aus übler Tradition flocht.

Was für Gedanken. –

spärlich

rumoren

Aus meiner beachtlich großen Sammlung zog der Enkel beim Suchen nach Glückwunschkarten eine alte Witzbildkarte mit einem Lotterpärchen im Bett heraus, betrachtete die drei Zeichnungen intensiv, sagte dann lachend: Ich will ein Kind von dir!

Ups, das stand in einer Art Handschrift unten drunter. Also: Er kann jetzt alles lesen. Dazu Peter Weiss: „In den Büchern trat mir das Leben entgegen, das die Schule vor mir verborgen hatte. In den Büchern zeigte sich mir eine andere Realität des Lebens als die, in die meine Eltern und Lehrer mich pressen wollten.“

Und es gibt Menschen, die Tausende von Flugsamen mit einzelnen Klebetröpfchen auf Leinwänden befestigen oder sie in Glaskörpern ausstellen. Der Name der Künstlerin, die staunen macht: Angela M. Flaig. Universen der Federleichtigkeit!

Ziviler Ungehorsam

unwirsch

Lieber Serien gucken, was ich nie tue, oder sauertöpfisch durch die Gegend laufen. Von Bitteropis angeraunzt werden, weil man „ohne“ einfach so in die frische Luft atmet. Das gelbe Pfarrhaus betrachten, vor dessen Tür früher mal der dreijährige Sohn der frommen Frau mit einer alten Kippe im Mund stund…

Ein Buch lesen, in dem sich zwei ältere Menschen zufällig in einer Hotelbar treffen und sich ihr Leben erzählen. Von solchen Begegnungen träumt man. (Barney Norris: Die Jahre ohne uns)

Draußen wütet der Mai, im Traumleben stürzten Eis-oder Felsenmengen in heitere Täler.

Der Gemüsemann bringt Spargel und Erdbeeren. Auch damit kommt man an einstürzenden Mhmhmhs nicht vorbei.

Popanz

Die Rutsche hoch mit Anlauf, des Enkels Lieblingstätigkeit, danach das Seifenblasenfangen und Juchzen, wenn es Mehrlinge sind, Fußballkunststücke und Regenwetterpapierfaltkunst.

Kinderfunk habe ich gern gehört, kleine, spanische Drallbuben angeschaut in Kunstbüchern, im Kindergarten mit den katholischen Nonnbiestern Fantasiegemetzel durchgeführt, scharf die Bravkinder betrachtet, war ja nur innerlich böse.

Ich musste mir keine Kitzelstäbchen in die Nase stecken, aber ein Fotograf kam schon damals, von daher dieses artige Schultütenbild. Kratzpulli inbegriffen, und der faltige Lehrer, der auf meine hübsche Mutti scharf war, und deshalb zur Sommerfrische in unserem herrlichen Dorfgasthof logierte.

Die alten Dinge tröpfeln oder stürmen ins Seelenoben, gerade jetzt. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…

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