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In Ludwigsburg findet grad eine kleine Messe statt, die „Antiquaria“, unten in der Kommentarfunktion ein Link dazu. Man solle, wenn man daran interessiert ist, wie explizit Frauen diesen Buchberuf ausüben, ganz rechts unten auf „Im Fokus 2015 – 14 Portraits- klicken und lesen. Im Sinne von „Wo ist denn hier der Chef?“-

Lindenstraße

Onkel Arthur, der letzte von den sieben Geschwistern, ist verstorben. Anlässlich dieser Beerdigung müssen wir ins abgeschiedene Land. Am Abend davor heben wir einen in der schummrigen Ruhrgebietsgeschäftsleutebar. Der Kellner aus den Südstaaten lächelt vor sich hin, betäubend schön, als wüsste er von Onkel Arthur. Wie der sich anzog, wie der lebte und seinen Hintern pflegte. Nur diese scharfe Kampfermurmeltiersalbe aus Dillenburg kam in Frage, die setzte die fahle, mitunter bequeme Rückseite wiederholt und auch im gesetzten Alter in Flammen.

Zum Barpianisten gesellt sich eine blondschöne Saxofonspielerin. Sinatrastücke und das aufwühlende Havannalied. Genau, aus diesem Film!

Auf dem Heimweg erwerben wir im Dillenburger Kräuterlädchen feine Moorseife und erfahren von der jungen Dame einige starke Wetterdaten aus Omsk. Schneesturm, Richtung Wladiwostok Fallensteller, immer noch.

aber

Beim Frisör diese angenehme Kopfmassage. Einer kam reingerannt, raunte was vom Schneesturm draußen. Er meinte die Nebelfrierfitzelchen, und verspeiste sein Essen to go. Der Frisörlehrling durfte heute nur dastehen und Kundenjacken aufhängen. Vielleicht auch schön.

Danach Spontanbesuch in der alten Mühle, wobei sich der schwarze Dickmonsterkater draußen ein zierliches Rotkehlchen schnappte. Es konnte gerettet werden zum Glück, der Kater wurde nicht gestraft. Beim kleinsten Türauflassen kommen die Hühner reingestürmt, wie blind aufs Katzenfutterschälchen zu, und wir redeten über die Mainzer Studienstufe, Wahlmöglichkeiten…

Der Buchhändler meint, ich wolle immer so außergewöhnliche Bücher, heute gefragt nach den Künstlerbriefen. Also bestellen.

Im Roman, den ich grad lese, rät eine ruppige, talentierte Literaturkursleiterin jungen Frauen von ihrem Veröffentlichungswunsch ab, es kämen immer nur die Männer groß raus…(Meg Wolitzer: Die Ehefrau).

Auf der leicht rutschigen Landstraße hupt mich einer dieser Savannenschaukelautoinhaber mit ungeheurer Vehemenz an, weil ich ihm zu langsam fahre. Da rennen sämtliche Wildschweine in ihren Buschbau, so laut ist das. Nun hat der mich tatsächlich aus den kopfmassierten Mühlenträumereien geweckt. Unsanft und sehr „heutig“!

Traumhaus

wach

Oh, da ist ein kleines Loch in der Socke, an der Großzehenlangnagelstelle, da werde ich eine große Nadel nehmen und es zustopfen. Neiiiin, protestiert der Enkel, da musst du erst den Socken ausziehen. Klar, sonst hätte ich den ja für ewig an der Zehe hängen. Wir lachen uns schlapp über so eine Bizarrvorstellung.

Ein Elsternpaar beschäftigt sich im Hof, mit was genau, ist nicht ersichtlich.

Die klauen Ringe und sowas, auch Vogelbabys aus Nestern?

Außerdem: Menschen legen ein Neugeborenes in ein Gebüsch und ein Bauer wird von seinen Schweinen gefressen.

Ach komm, lass das Zeitunglesen sein, höre lieber Emils Buchfinksendung auf Radio Corax, die um elf Uhr jeden Montag wiederholt wird. Da ist die Rede von Büchern, Antiquariaten, sauberer Luft im Odenwald, auch, wie man eine gute Sicht auf den Tod haben könnte.-

Arbeitersiedlung

Vom Stapel was abgreifen und lesen. Roman: Die Ehefrau. Meg Wolitzer. Unterhaltsam.

Vom argentinischen Gestalttherapeuten Jorge Bucay: Das Buch der Trauer. Wo ich doch grad im Alterungsprozessgetrauere stecke. Schön dieser Satz:

„Wenn wir uns an die Erinnerung klammern und versuchen, sie festzuhalten und zu bewahren, gibt es keine Möglichkeit, innerlich zu wachsen, zu lernen und der zu werden, der wir in Wirklichkeit sind.“

Ich renne der Nuss im blauen Bademantel nach, da ich die wohl bin.

Mir hat jemand schlesisches Essen gekocht, und wenn ich mich eingeholt habe, verlustiere ich mich daran.

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