Auf dem Kalenderblatt für diese Woche gefunden:

„Die Tage, die kühle Helle der Morgen, das flirrende Blau des Mittags, das herrliche Schwinden der Abende: wie das goldene Gewebe eines einzigen langen Sonnentages der ganze Glanz des Lebens und die funkelnde Erinnerung. Die Jahre, die zarte Klarheit der Frühlinge, der Sommer süße Fülle, der gesegnete Reichtum der Herbste, der stille Frieden der Winter: wie die sanft sich hebenden Wellen eines großen Meeres, so glitten sie hintereinanderher.“

(Volter Kilpi. Arche Literaturkalender 2022)

Konvoi

In manche Bücher findet man nicht rein, so derzeit für mich in einen Roman von Claire Thomas „Die Feuer“, dessen Inhaltsangabe mich neugierig gemacht hatte. Nun ja, in einer Umgebung, in der außerhalb der Stadt Buschbrände fauchen und es um die vierzig Grad heiß ist, sitzen drei sehr unterschiedliche Frauen in einem Theater, das auf zwanzig Grad runtergekühlt ist, und so weiter…grad geht mir die Besprechungslust verloren.

Ein älterer Herr ging gestern seine demente Mutter in einem Pflegeheim besuchen und fragte anfangs: Mutter, weißt du, wer ich bin? Sie schaute kurz hoch und meinte: Weißt du das denn selbst nicht mehr?

Außerdem frage ich mich oft, wieso viele ältere Menschen so gerne Vogelbeobachtungen betreiben?

keck

Der Herr Vincent Klink, siehe Blogroll, hat unter dem Titel „Es war eine Zumutung“ interessante Dinge über die Ernährungsgewohnheiten vergangener Jahre geschrieben, paarmal zum Prustgelächter…

Der Enkel bereitet frisch von den Sträuchern diese fruchtige Delikatesse, in dem er besonders dicke Himbeeren jede mit einer roten Johannisbeere füllt.

Eine Amsel schreit dazu in höchst zwitschrigen Tönen: Es ist so richtig Sommer.

Tür und Tor

Stechmücken

Junifall von Gelbblättern und grünen, noch kleinen Walnüssen setzt ein. Nachdem der süße Klebsaft der Blattläuse nicht mehr vom Baum tropft und wir wieder schön drunter gartensitzen können. Vögelchen und gefräßige Marienkäferlarven haben ihr Werk getan. Schwarzwalnusslikör bereiten manche.

Im Elfenrock gemächlich durch Duftrosenbögen schreiten, oder merkwürdige Achtsamkeitskreischgeräusche machen, dazu kläfft der Nachbarshund und sie verschieben metallene Sommergartentische, bekommen vielleicht Gäste.

Jetzt noch einen letzten Satz schlau umschiffen und überlegen, was der Kritiker mit „Kahlschlagsliteratur“ meinte.

Ewigkeit

Eine Freundin erzählt von ihrer uralten Schildkröte, die Nietzsche heißt.

Eine andere, die ich in ihren letzten Lebenstagen besuchte, fragte mich, warum ich immer so blöde Fragen stellen würde. Das machte mich sprachlos.

Eine andere Naivlingin stellte ihrem Erklärpartner die Frage, ob Flugzeuge eine Hupe hätten.

Unsere Himbeeren werden prallrotreif und munden gar sehr.

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