Schlaf

Kein Superfood fürs Alter will ich, keine Halle in Leichtbauweise, was einem so für ein Quark angeboten wird, ich will weinen, wenn mir danach ist, lachen herzzerreißend ab und zu. Gestern juchzend die ersten Schwalben erblickt, nicht nur eine. Ein paar Pferdeställe gibt es im Dorf, sie werden Nistplätze finden.

Ein Buch über eine knallverrückte alte Dame lese ich, die wird bald sterben und erzählt fast nur von sich, oder sie betet ihre erwachsenen Kinder an und schickt sie im nächsten Moment zum Teufel. Üble Beschimpfungen. Wenn sie denen fünfzig Mark zu Weihnachten schenkt, erwartet sie Kniefälle, wie sowieso andauernd. Sie entschuldigt sich nie, aber all ihr ungutes Verhalten mit der Erwähnung ihrer Bipolardiagnose. (Carole Fives: „Eine Frau am Telefon“).

Wir verpacken Hosen in Dosen und schenken es Mimosen. Solche und ähnliche Quatischreimsätze entstehen beim Hausaufgaben machen mit dem Enkel. Gerade haben sie das große Zett. Schöne Möglichkeiten. Zicke-Zacke…

Starrsinn

Wandbehang

Geräusche

Im Traum ein wildes Gesuche und eine heftige Abspracheverzweiflung. In einem dumpfen Vielmenschenschwimmbad befand ich mich, und über allem fand in einem Glaskasten eine engmenschige Wildparty statt. Keiner wollte meine Empörung darüber zur Kenntnis nehmen, die suchten alle das Wasser in ihren teils schrägen Badeklamotten.

Meine Empörung, sogar im Traum, sagt mir- oh weh- dass ich schon schwer was verinnerlicht habe. Ich möchte das nicht! Weiterhin wilde Feierei und freies Hinausschwimmen selbstverständlich und herrlich finden, auch im Traum!

Dazu was aus dem Arche-Literaturkalender 2021 von Tania Blixen:

„Menschen, die während des Schlafens träumen, kennen eine besondere Art von tiefer Zufriedenheit, die nicht zur Welt des Tages gehört, eine völlig passive Verzückung und Leichtigkeit des Herzens, süß wie Honig auf der Zunge. Das eigentlich Faszinierende dabei ist das Gefühl einer unbegrenzten Freiheit, das der Traum hervorruft. (…) Nicht an dem, was er träumt, hat der Träumer Vergnügen, sondern daran, dass alles geschieht, ohne dass er sich im Geringsten dafür anzustrengen braucht, und eine Einflussnahme unmöglich ist.“

Plumeau

Die strenge Winteradelheid gurkt immer noch herum, während in den Träumen schon große Hitze mit bunten Schwirrschwarrvögeln klebrig sich senkt und lange bleiben will. Virengetränkt, dreckig, sogar Tierärzte wollen Menschen impfen, die drängeln sich und sorgen für das Wogen von Giften und Geldern. Spaßbremsen werden eingemeindet und ich erwerbe das Buch „Im Grunde wäre ich lieber Gedicht“, woraufhin ein langer, kanarienvogelfarbener Gedankenstrich erfolgt…

Widerworte

Almosen

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