bargeldlos

Als Kind lachte ich über die alte Frau, die unten im Garten auf einem alten Holzschemel saß und mit ihrer kleinen, spitzen Nagelschere die Wiese beschnitt. Küchenkittel trug sie und Gummistiefel, lebte in der Garage unter uns mit irgendeiner angenommenen Tochter namens Rita, sie waren aus Belgien hier gestrandet, arg arm. Der Halbstarke in der Wohnung nebenan hörte turbulent laut das Lied von der Motorbiene, in rasender Wiederholung. Der knatterige schwarze Mercedes des Hauswirtes stand protzparkig vor der Tür. Seine Frau bellte Raucherhusten. Eines der vielen Mutterkinder hatte es geschafft und wurde mein Bruder. Mein Lateinlehrer Knödel war rund und herzlich. Puella bella.

brotlose Kunst

Irgendwelchen Unsinn schreiben, das ist ab und zu ein feines Ding. Muss noch nichtmal DADA sein, sondern frei aus der Sondermülltasche irgendeiner Gedächtnisverwehung.

Oder hier, ein kleines Zitatchen der emanzipierten Emily Dickinson:

„Es ist so erstaunlich, dass man lebt – für etwas anderes bleibt kaum noch Zeit.“

Strickliesel

Vorgestern Abend sah ich einen kleinen Film über Herrn Ortheil und sein Schreiben. Da stand mir doch der Mund auf über die Unermüdlichkeit seines Schreibens…und dann die Geschichte über das Sterben eines Kindes seiner Mutter, oh, wie brannte es in mir. Überhaupt diese Entwicklung…(Link im ersten Kommentar!)

vom anderen Ufer

Widmung

Da kam sie, die Freundin aus der alten Mühle in ihrem zitterschönen Rosenleibchen, schlang wärmend die eigenen Arme um sich und berichtete von der und dem. Und es war schön.- Hühner, Gänse, Katzen, verschwunden mit so manchen Eskapaden in die entschwebende Vergangenheit, aber auch nicht so, dass nur noch Weihnachtsbäckereipläne gemacht werden. Nach hintenan verschieben. Die jungen Menschen unserer Umgebung wohlwollend mit spritzigen Frischblicken betrachten. Deren Eskapaden noch nicht begonnen haben, noch machen sie Welteinrichtungspläne unter erschwerten Bedingungen. Spitzendeckchen aus festem Papier unter das Espressotässchen, in die alten Räume eilen, die Mühlräder rumpeln.

Im Chinaheftchen, schwarz mit roten Ecken außen, schaue ich mir Geburtstagswünsche von vor …zig Jahren an: Badezusätze und Eierlikör, Salatbesteck und Einkaufskorb. Seufzen…

Sippenhaft

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