Vom Durchgangslager Friedland hatte er was erzählt.

Heute um kurz nach elf Uhr röhrten schrill die Probealarmsirenen, sie wirkten hörbar eingerostet.

Auf den Weihnachstmärkten finden verlorene Kinder ihre Eltern nicht mehr, alle tragen dunkle Steppjacken.

Außerdem stets die Fingernägel „gemacht“ und diese genormten Strahlezähne.

Daheim Ikeagebrechmöbel und eindrucksvolle Küchenmaschinen, weiter hinten Modernbilder und Riesensofas mit Tapetensprüchen.

Die Repräsentierhunde sind nicht zu bremsen, die Sarahsaschakinder auch nicht. Die vom Leben überforderte hat Zwillinge bekommen und beginnt, sie zu schütteln und ihnen irgendwie das Maul zu stopfen…

Der anderen bedeutet Weihnachten nichts mehr, ist ja eh bald vorbei. Dann sitzt sie wieder da und überdenkt die schnelle Zukunft.

Im Auto fehlt der Verbandskasten und die Wischer müssen erneuert werden, der Anruf kam kurz vor der Sirene.

in flagranti

Und dann….so beginnt man nicht, egal,

und dann diese Bücher über Nachkriegsfamiliendinge, die ich noch lesen will:

Susanne Benda: Dein Schweigen, Vater

Rose Lagercrantz: Wenn es einen noch gibt

Chantal Akerman: Meine Mutter lacht

Wartezimmer

In meiner Blogroll befinden sich die Blogs so einiger Menschen aus Berlin. Besonders am Anfang und gegen Ende eine.

Unter meinen Büchern befinden sich zwei, jeweils mit Anfängen und Enden älterer Romane.

In meinem Garten welkt und dumpft es rum, manchmal kommen sogar paar Tintlinge und tinten etwas.

Das Unsinnmachen verzieht sich mehr so ins Graue.

Im vorletzten Blogeintrag von croco fand ich eine Folge Kranitz, herrlich! Der säuft sogar mit seinen Klienten, oberherrlich!

Der Mann geht mit meiner Freundin zu der wilden, alten, grauhaarigen Pianistin.

Der Enkel holt nach der Schule sein Nikolaussäckchen ab.

Was war noch?

Ach ja, der letzte Satz meiner Nachttischlektüre:

„Ein Willkommen, vielleicht.“

(Tamar Noort: Die Ewigkeit ist ein guter Ort. Handelt von einer angehenden Pastorin, die urplötzlich eine Gottesallergie entwickelt)

Souvenirs

Auf Empfehlung von Frau Heidenreich, Herrn Ortheil oder selbst gefunden:

Patti Smith: Buch der Tage

F.Scott Fitzgerald: Der Moment der Schönheit

Dietmar Urmes: Wandernde Wörter und Sprachsouvenirs

Die ersten beiden noch nicht gelesen, das dritte permanent in Gebrauch, doch am

Eindrücklichsten und noch lange im Kopf bleibende Buch:

Franziska Gänsler: Ewig Sommer.

Für die Außentemperatur übliche Arbeiten sind:

Das Reintragen der Kakteen, Elefantenfüße, Christusdorne, Muehlenbeckias, und so weiter.

Lange geht das nicht mehr. Die Tendenz geht zum Innensachenmachen.-

Gesprächskunst

„Was wäre, wenn du im Schlaf träumst, im Traum zum Himmel steigst und da eine schöne Blume pflückst?

Und was, wenn du dann erwachst – mit der Blume in der Hand? Ja, was dann?“

(Samuel Taylor Coleridge)

Spagat

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