fadenscheinig

Bei Waldviertelleben eben gelesen, wie wir das mit der Welt machen könnten…

Meine Lektüre gibt sich wieder wie so eine Art Roadmovie, mehr auf Schienen und mit Nachrichten zu Bahnchefs, die Auskunft geben könnten…Es geht um eine alte Frau, die einfach aus ihrer Alltagsumgebung abhaut, ohne irgendjemandem Bescheid zu sagen, und deren Reisewege nachvollzogen werden. In solchen Büchern fühle ich mich geborgen, wie Frau Waldviertel in ihrer Welt, nur geht es hier durch die Gegenden und Wälder von Kanada.

Jocelyne Saucier: Was dir bleibt

Danach warten „Nastjas Tränen“ von Natascha Wodin…

Luftbad

Mit dem Enkel im Kurort das Pfalzmuseum besucht. Leider waren viele Selbermachexperimentierstationen nicht betriebsbereit, auch die Fellchenstreichelstation weg und die Nase in Klappdeckelverschlussröhren stecken (diverse Geruchsproben: Rosenduft, Pfefferminze, Moos und so), da ging auch nix, die Sachen waren nicht mehr da, auch die Edelsteinleuchtdunkelkammer, och, bisschen Trauerspiel. Trotzdem gefiel es dem Kind, aber noch mehr später der Spaziergang an der Saline mit etwas Salzwassergeschmack und Sandwassermühlrädchengespiel.

Danach bei der Heimfahrt viel Gelächter beim Chaostiefenherumgespinne. Da guck mal, die Zuckerfabrik, da gibt es…undsoweiter.

Knackpunkt

Man möchte sich verkriechen, mehr denn je…wer lachen will, schaue mal bei Teestübchen, 25. November, unter der Überschrift: Ein Rabbi…

Den Enkel gefragt, ob er wisse, was die Seele sei. Klar, das sei ein Körperteil. Nach meiner Unsichtbarkeitserklärung meinte er, das seien seiner Meinung nach die Rippen…

Wollte ein paar neue Hausschuhe bestellen, es sein gelassen in Anbetracht der Infos über Kleiderberge in der Wüste Atacama…Man informiere sich!

Blindverkostung

Mit sprachgewaltig ist es nix am mittelspäten Morgen, denke den Wegflutschträumen nach, da war nur wieder was mit Autofahren. Ungern wie nur was mach ich das, auch auf den hinterletzten kleinen schmalen Landstraßen tauchen die Drängler auf, die noch Einiges vorhaben im Leben, und sei es ein Termin beim Schwangerforscharzt.

Die Mauerblümchen im burgunderroten Gewand zieht es in geheizte Wintergärten mit Rundumblick.

Herrn Ortheil in ein bestimmtes Hotel in HH, Herr Klink schimpft auf verarschende Weihnachtsmarktgenehmigtabsager, und Frau Luisa rast kurz mit roten Zehennägeln in den eiskalten See.

Ich schäle Brühwürfel und überlege, was nochmal Exerzitien sind. Sehe kurz Herrn Kleist mit Dame und Gewehr am See wandeln. Auch all die Pubertätsautoren, wie Henry Miller, Manfred Hausmann, Hesse, Thomas Wolfe, Kerouac natürlich, und mit Karl Krolow im verschwiegenen Eisenbahnabteil, vorher gehabt im Cafe ein Herrengedeck. Meine weißen Strumpfhosen lachten ihn an.

Vielleicht aus Versehen diese honiggrünen Tropfen gegen Sprachschwäche…?

Klonen

An was man alles denkt. Alles und gar nix. Man möchte mit weit offenem Gesicht durch helle Museumsräume wandeln. Sehen wie im Rausch. Möglichst lange darin verbleiben. Über Farben nachdenken, Gewänder der Mitmuseumsgäste studieren, neben den Kunstwerken, die in wer weiß welchen chaotischen Ateliers entstanden. Man denkt an entzückende französische Aussprachsfreundinnen, die statt eines Hoch- ein Tiefbeet haben mit Eidechsen am gemauerten Rand.

Die Lamas, die Schafe, die besonderen Ziegen besuchen und sich beim Frieren so unbehaust fühlen; in den Lüften die Windmühlenbrauseweiber, unten in schlammiger Erde die Vorhöllenmädchen. Vielleicht gibt es heute Nachmittag diesen Hagebuttentränchenkuchen…

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