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Mir wird arg arg zumute, lese ich die Vision des Landpfarrers vom 18. Oktober…Wäre das vor fünfzig Jahren schon gewesen, hätte mein Großvater sich zu Kriegszeiten nicht verstecken können in der Waldhöhle, hätte sich später nicht dort suizidieren können…

In meinem engen Freundinnenumfeld sehe ich, welches Glück die Enkelkinder auslösen können. Manche Großeltern schwimmen, schweben, lachen, rennen, strahlen mit den jüngsten Menschen, verlieren sämtliche Masken und Bedenken, zumindest für Augenblicke…

Gut, dass wir noch unsere Knips- und Kettenhemdwerkzeuge haben von den früher gehandelten Ritterrüstungen. Damit lassen sich Kastanien löchern, diffizile Maschinchen bauen, wilde Schrägmaterialcollagen herstellen…

Ach, und hier noch zwei lustige Zeilen aus dem „Chorus der Lyriker“ von Arno Holz:

„Wir sind die letzten Mohikaner

der deutschen Stimmungspoesie.“

Gesicht

Wie ein tränenreicher Sirup kam die Gänsehaut:

Paderborn

schlichtweg

Doch wieder mit Roman ins Bett. Kurzgeschichten und Sachsachen gehen tagsüber, nicht in diesen Grauburgundereierlikördämmerstunden.

Im Roman springt jemand siebzehn Mal dem Tod von der Schippe, wie man so sagt. Irgendeine Zeitung schrieb zu meinem Nachtkästchenbuch:

„Maggie O`Farrell macht eindrucksvoll bewusst, dass wir nur einen Wimpernschlag, eine falsche Entscheidung vom lebensbedrohlichen Moment entfernt sind. Mitreißend!“ Buchtitel: Ichbin. Ichbin. Ichbin.

Ansonsten freue ich mich über die zahlreichen fantastischen Tagesworte, mitunter von lieben Menschen, die sonst lediglich „liken“. Schön!

Und ich denke an Ochsenklaviere und Wackelbrücken, an Traumfetzen von der Antiquitätenfrau im wilden Tal und der Quantenphysikprofessorin, mit der ich eine Nacht verbrachte damals am Hasenberg. In echt.

DEIN Wort des Tages?

Versehentlich, weil aus einer Charge aufs Kassenband gefallen, einen Hanf-Lemon-Tee gekauft. Habe zwar die sieben Päckchen wieder weggeräumt, doch eines übersehen. Und der Tee mundet. Einen trockenen Mund bekommt man, deshalb ist wohl vom Wirkstoff minimal was drin. Lachanfälle und Schokoladengier kommen nicht auf. Dooflieder flitzen durchs Hirn. Grüß die Gott, Frau Stirnima. Oder Schnucki, ach Schnucki, foarn mer nach Kentucky. So in der Art.

Draußen bleibt es ruhig, wir fahren nicht nach Buxtehude.- Bisschen nachdenken, warum mir als junges Ding diese zarte junge Frau im Stück „Glasmenagerie“ so gefiel.

Hat man Begehr nach heutigen Sachen, lese man den hervorragenden Blogbeitrag von Beifängerin, siehe Blogroll, und was der so beim Bügeln einfällt.-

Schnürsenkel

Romane in Versen will ich nicht lesen.

Noch immer keine Zugvögel erlebt diesen Herbst, nur einen fetten Grasmilbenstich am Bein, den pflege ich irgendwie. Angerührt hat mich die nasse Stelle an der Maske des Enkels nach dem letzten Schultag vor den Ferien, und mit was für einer Selbstverständlichkeit er sie trägt.

Beim Lesen in Blogs verflüchtigt sich der Eindruck, dass manche/r lediglich ein paar Rilkeworte vertauscht und das Werkchen als seines ausgibt.

Der Büchermarkt am Felsenkloster Eremitage findet derzeit nicht statt, und beim virtuellen Hinspazieren festgestellt, dass zwei der ehemaligen Ehrenamtlichen verstorben sind, ausgerechnet die Älteste und die Jüngste…

Menschenskinder, da lese ich in einem Selbsthilfebestseller für junge Frauen gegen Ende, dass sich der Gatte der anfangs so verstörten Frau, die mehr und mehr gesundet mit Hilfe einer geheimnisvollen Alten, zu ihr hinbeugt, ihr gönnerisch den Arm um die Schultern legt und sie „meine kleine Philosophin“ nennt. Kriege Sodbrennen und alle Blaustrümpfe rennen weg oder schnorren sich `ne Zigarette…

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