Mutter

Ich sehe dich in einer Kerze Licht

im Rahmen einer dunklen Türe stehn.

Du spürst die Kühle von den Bergen wehn.

Du frierst ja, Mutter …dennoch weichst du nicht.

….

Du schaust mir nach, der in die Nacht enteilt,

In dunklen Schicksals ungewisse Frist,

mit einem Lächeln, das nur Weinen ist,

mit einem Schmerz, den keine Vertrauen heilt.

….

Ich sehe dich in deiner Liebe Licht

im Zittern deiner weißen Haare stehn,

du spürst die große dunkle Kühle wehn –

….

und langsam, langsam senkt sich dein Gesicht.

Noch immer leuchtet fern der Kerze Schein –

du frierst ja, Mutter … Mutter – geh hinein …

(Albrecht Haushofer)

Schaut man sich sein Leben an…alle Achtung! –