Da geht eine über die nasse Wiese und sammelt leicht hölzerne Herzinfarktmedikamente. Sollen doch fünf Walnüsse am Tag dagegen helfen. Es sind zahlreiche kleine, zu kleine dabei, trockenheitsbedingt, und dann die mit der schwarzen Matschhülle, in der winzige, sich windende Walnussfliegenmaden krabbeln. Einige davon starr in der Vogeltränke.

Im Wald die Maggigerüche. Stelle ich mir so vor, von Grunzwildschweinen herbeigeeichelt.

Ich weiß noch nicht, ob ich mir die begeistert aufgenommenen Lebenserinnerungen von Werner Herzog und Edgar Reitz beschaffen werde, suche eher welche von buntwilden Weiberchen. Aber Reitz reizt mich schon…

Lese bei der guten alten Anais Nin, warum ich schreibe: (auch, warum ich seit jeher in die Büchereien gelaufen bin und mit schweren Taschen wieder heim…)

„Ich glaube, man schreibt, weil man eine Welt schaffen muß, in der man leben kann. Ich konnte in keiner der Welten leben, die man mir anbot – die Welt meiner Eltern, die Welt des Krieges, die Welt der Politik. Ich mußte mir eine eigene Welt schaffen – gleichsam ein Klima, ein Land, eine Atmosphäre, in der ich atmen, herrschen und mich regenerieren könnte, wenn mich das Leben vernichtete.“

(aus „Die neue Empfindsamkeit. Über Mann und Frau“ von Anais Nin von 1985)