„Schon in jener Zeit bezauberte mich das Wort. Ich füllte Seiten um Seiten mit ungewöhnlichen Wortverbindungen und bildete ungebräuchliche Verben aus Substantiven. Ich gestaltete bekannte Verse um und deklamierte sie mit Hingebung und gehobenem Herzen ohne Unterlaß, fort und fort, als sollte es kein Ende nehmen: Sterne sterne manchen Stern, daß zum Zwecke Sterne sternen, walde walde manchen Wald, daß zum Zwecke Wälder walden, zacke zacke manchen Zack, daß zum Zwecke Zacken zacken. Der Mißbrauch der Unterlage ahndete sich oft grausam, und es erging mir wie dem Zauberlehrling in Goethes Gedicht. Erst viel später erkannte ich das tiefe Wesen solcher „sinnlosen Späße“ und gestaltete dann bewußt solche Erlebnisse. Ich wanderte durch viele Dinge, Geschöpfe, Welten, und die Welt der Erscheinung begann zu gleiten, zu ziehen und sich zu verwandeln wie in dem Märchen. Die Zimmer, Wälder, Wolken, Sterne, Hüte waren abwechselnd aus Eis, Erz, Nebel, Fleisch, Blut gebildet. Die Dinge begannen zu mir zu sprechen mit der lautlosen Stimme der Tiefe und Höhe.“

(Hans Arp. In: Widerspiel, Deutsche Lyrik seit 1945. Hrsg.: Hans Bender. Moderner Buchclub Darmstadt 1961)