Ein harmloser Bach, schon fast ein Rinnsal, ist klimaveränderlich heftig über seine Ufer getreten und hat bei meiner Freundin in der alten Mühle jede Menge Schaden angerichtet. Das tat er bisher noch nie, selbst die Hühner saßen auf dem ehemaligen Schafstalldach und müssen heute ihre Hühnerfüße entsetzt aus tiefen Schlamm zerren. Feuerwehr, Versicherungen werden nun sehen, wohin sie ihre Eier legen.

Das Seriösjäckchen von gestern hängt wieder im Schrank. Ich lese weiter über Menschen, die im Schweden wandern, dann über das Volk der Samen schreiben, wo es Szenen gibt mit explodierenden Fischdosen inmitten von sessionartigen Essriten. Es wird teilweise Whisky aus ledernen Fingerhüten getrunken, zelebriert, und immer wieder diese Naturschilderungen von grandiosen Landschaften, von vor allem dieser Stille, unterbrochen von Vogelschreien oder dem Klacken der Rentierfüße:

Sigrid Damm: Wandern – ein stiller Rausch