Im Buch findet eine Organbegehung statt. Die jungen Medizinstudenten müssen in einem Raum umhergehen, prüfungsgemäß herausfinden, ob es sich bei den menschlichen Überresten, die wie nach einem Anschlag zerfetzt dort liegen, um zum Beispiel einen Handstrecker handelt oder um ein Stück Knie…natürlich alles von den vorher stattgefundenen pathologischen Medizinzerschneidungen von Menschen, die ihre Körper exakt dafür zur Verfügung gestellt hatten. Beeindruckend deutlich mir im Lesegedächtnis geblieben! (Lori Gottlieb: Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden).

Wesentlich trockener geht es zu im Zwischendurchlesebuch „Es kann nicht still genug sein“, denn man darf über Schreibtische, Gebräuche von Autoren drauf und drumherum, lesen. Heute komme ich nach Terèzia Mora zu dem Kapitel von und über Mariana Leky. Freu mich drauf, nachher unterm Nussbaum. Zeitung lesen dort geht kaum, der Wind treibt das leichte Papier sonstwohin.

Buntnesseln sind oberspießig, Brennende Käthchen auch. Meine Mutter verschenkte gern Fleißige Lieschen und bunte Pantoffelblumen. Azaleen wohl auch, nur Grünlilien nicht. Meine Ablegerzuchtstation auf der Küchenfensterbank will einfach nicht verschwinden. Dafür wächst draußen das Experimentierhügelchen. Knoblauch, Wassermelonen, Palmengartenkeimlinge. Gern hätt` ich einen Taschentuchbaum.

Den Enkel hat es gestern schier umgehauen, als ich ihm beim Lauschen des Uhrentickens erklärte, dass die Zeit nur vorwärts geht…