Beim Frisör diese angenehme Kopfmassage. Einer kam reingerannt, raunte was vom Schneesturm draußen. Er meinte die Nebelfrierfitzelchen, und verspeiste sein Essen to go. Der Frisörlehrling durfte heute nur dastehen und Kundenjacken aufhängen. Vielleicht auch schön.

Danach Spontanbesuch in der alten Mühle, wobei sich der schwarze Dickmonsterkater draußen ein zierliches Rotkehlchen schnappte. Es konnte gerettet werden zum Glück, der Kater wurde nicht gestraft. Beim kleinsten Türauflassen kommen die Hühner reingestürmt, wie blind aufs Katzenfutterschälchen zu, und wir redeten über die Mainzer Studienstufe, Wahlmöglichkeiten…

Der Buchhändler meint, ich wolle immer so außergewöhnliche Bücher, heute gefragt nach den Künstlerbriefen. Also bestellen.

Im Roman, den ich grad lese, rät eine ruppige, talentierte Literaturkursleiterin jungen Frauen von ihrem Veröffentlichungswunsch ab, es kämen immer nur die Männer groß raus…(Meg Wolitzer: Die Ehefrau).

Auf der leicht rutschigen Landstraße hupt mich einer dieser Savannenschaukelautoinhaber mit ungeheurer Vehemenz an, weil ich ihm zu langsam fahre. Da rennen sämtliche Wildschweine in ihren Buschbau, so laut ist das. Nun hat der mich tatsächlich aus den kopfmassierten Mühlenträumereien geweckt. Unsanft und sehr „heutig“!