Kleine Notizbücher, auf deren Buchrücken steht: Home of Words.

Auf der Buchmesse hätten sich zwei Bloggerinnen über meine Wort-des-Tages-Sachen unterhalten. Na, das freut mich.

Heute früh an einem öffentlichen Regal eine Plastiktüte mit Schundzeugs übersehen. Ansonsten viele eingestellte alte Schulbücher. Diese scheut man sich wohl auch wegzuwerfen. Wer will die noch? Früher gab es Lesebuchsammler, die sterben weg.

Die Umschlaggestaltung bei der Belletristik hat sich verändert. Meiner Meinung nach in Richtung Heftchenroman. Jedenfalls bunt, knallig oder umranktfensterig. Mit so Muskeltypen drauf oder Rehblickmädchen, Wallenebeln, Ziernudeln, Springpferdchen, oder panisch vorm Glutvulkan Hinwegpaddlern, Balkonbrüstungsdamen, in die blaue Ferne schauend, all sowas.

Die knubbelige Frau an der Drogeriemarktkasse lacht schäbig, derb, frivol, wie früher die Traubenlesweiber in den Wingerten beim Pausesitzen auf den Weinkisten. Ein Rumkramrentner erzählt ihr was. Kundenfanggelächter.

Ein feines Buch lese ich grad: „Tag für Tag“ von Saskia Luka. Da wird eine kleine, verschrumpelte Kopftuchgreisin aus ihrem fast verlassenen Dorf in Kroatien geholt, damit sie fortan bei ihrer Kunsthandwerkstochter in Bayern lebt. Eine Enkelin-Großmutter-Mutter-Konstellation, auf deren Fortgang ich gespannt bin. Das Buch vermittelt mir ein Heimatsuchgeborgenheitslebensnestgefühl. Besondere Zeilen daraus werden mit Bleistift ins Home-of-Words-Buch geschrieben.