Das Cafe mit der überforderten Bedienung hätte ich heute beinahe besucht. Lieber nicht, lieber lesend in Müßiggangsliteratur Dünntee aus Glastässchen mit trampelig abgespreiztem Finger trinken.

In einem Philosophiemagazin angewidert staunend von einer Chefschlachterin lesen, die mit Ruhe und Zuwendung zahllose Kühe täglich tötet. Sie ist 32 Jahre alt, trägt eine leicht blutige gelbe Gummischürze, an deren Gürtel irgendwelche Gerätschaften befestigt sind, und es fallen die Worte: Effizient ist oft humaner.

Das erinnert mich an Hannelore, meine Kindergartenfreundin, Tochter des Schlachthofchefs, die mit mir durch gruselige, eigentlich verbotene Kachelräume streifte.

Die spätere Freundin Hedwig hatte oft klebrige Finger, trug bäuerliche Riedkleider, und es war Spargelzeit in Südhessen.

In einem Buch von Katharina Ley – „Anders älter werden“ – lese ich von Großeltern, die keine Lust zum Enkel hüten haben.

Und jetzt ist mir die Lust am Weiterschreiben vergangen, erstmal lüften…