Zuzeiten des tiefsten Januars über die Mittelgebirgsberge sich begeben, wobei mir seltsamerweise einfällt, wie mein Vater sich in seinen jüngeren Jahren mit einem Spezialanwaltsfreund, der aus Hamburgs Rotlichtviertel alle Vierteljahr angeritten kam, per Buch- oder Filmtitelbrüllerei begrüßte. Ich erinnere mich an „Schau heimwärts, Engel“ oder „Das grüne, grüne Tal“. Sei ruhig, heute ist „Das Schweigen“ dran. „Tief im Osten“, oder „Soweit die Füße tragen“ – das muss man ja nicht zweimal sagen. „Szenen einer Ehe“ oder „Unterm Dirndl…“, das kam später. Mit Sicherheit problematisierten sie ihre Tiefgänge erst im Wald oder zu später Stunde, ohne Anwesenheit ihrer bürgerlichen Damen.

Bei Reden zum 80. einer vornehm gewordenen Bauerntochter taucht plötzlich ein verschwiegenes Tabuschwesterchen auf, noch älter müsste die jetzt sein. Es gibt kein Grab, aber einen Namen. Erika.- Interessant. Warum wird die überhaupt jetzt erwähnt, verschwindet aber schnellstens unter fast unbemerktem Verlegenheitsgelächter im Dickicht der familiären Verstrickungen.

Uns wird die Zukunft dargestellt: Rollstühle, Rollatoren, kleine oder größere Teppichkantenstürze, Versorgungsproblemkreislaufzusammenbrüche, zu wenig getrunken oder/und gegessen.-

Mein Bedarf nach Mittelgebirgsreisen ist vorerst gestillt. Die Teppichkanten stehen schräg. Der ganze Whiskeylikör ist verschenkt.

Ich lese weiter im Buch über die Töchter der schwer geschädigten Crackmutter: „Wenn ihr uns findet“ von Emily Murdoch!