Ein schweres Ding liegt dort und wartet auf eingehende Notizen. Pro Tag eine Seite. Manchmal reicht ein Wort quer rüber! Oder ein paar Zeilen aus dem Bettelweib von Locarno. Oder besondere, ungemütliche Buchempfehlungen, irgendwo aufgeschnappt. Manchmal auf Servietten.

Noch den Klang des Weihnachtsfrühstücks bei der großen Familie in den Ohren, das Klack des gern benutzten Eiersollbruchstellendingens. Der Enkel hätte gerne stundenlang damit geklackert!

Das Oberste vom Komposthaufen zeigt sich übersät mit Rosenkohlblättchen und skelettierten Lampionblumen, schmutzigorange. Bei Resten von Honigwachskerzen gezögert. Lieber nicht.

Gestern der herrliche Sternenhimmel, sogar Nebelstellen gab es hoch oben zu sehen. Der kleine Dorfrundgang im Dunklen mit dem Einwurf eines Liebevollumschlags für unsere Lesestoffbringfrau. Über eine im Dorfrandgehöft munkelte man, dass sie einem Adelsgeschlecht entstamme. Sie bekam dann ungefähr siebzehn Kinder von dreißig verschiedenen Vätern und lebt nun allein mit circa fünfunddreißig Katzen neben einer halb eingekrachten Scheune. Überhaupt gibt es einige Alleinlebmenschen in alten Düsterhäusern. Auch der mit dem Uraltgeknattertraktor, sehr verrostet, aber noch fahrtüchtig auf Abseitswegen, der sich seine Hosen immer bis kurz unter den Hals zieht und sich früher im alten Tante-Emma-Laden den Playboy im Kämmerchen betrachten durfte.

Eine der jüngeren Nonnennichten suchte vorm Silvesterfeuerwerk geflüchtete Katzen, rappelte dabei laut mit Porzellan- oder Blechnäpfen und murmelte gemächlich vor sich hin, kaum erschrocken über mein fast geräuschloses Vorbeidriften. Ungefähr drei neue Gangarten probierte ich, und siehe da: es ging. Zwar nicht wie bei Monty Python in dem komischen Ministerium, doch immerhin muss es weniger omawackelig ausgesehen haben. Mehr so lockerlässig southern walking art.