Als Jugendliche stand mir der Mund offen anlässlich eines Vortrags im schulischen Rahmen. Da war die Rede von einer mysteriösen Schrift an der Wand. Oh ja, so Neonleuchtereien im Partykeller unter der rotierenden Diskospiegelchenkugel, während Schwitzehände überall tasteten und das meskalinwallende Blut zuckströmend überlaufen wollte. Das kannte ich, aber die Schrift an der Wand war echt ernsthaft bedeutungsvoll, dort in der Ballade. Heine, Belsazar und Untergangssachen. Mixturen entstehen. Auf meinem Wunschzettel die Jazzwoche in Burghausen, der Ökobauernhof am Fuschlsee mit Schrannenbesuch an einem Salzburger Vorherbstdonnerstag. Bescheidenheit ist eine Zier.

Wenn ich Postkartenblöcke gestalten würde, dann solche, wie die im Kunstmuseum von Houston erstandenen, in welchen sich Gemälde aus allen möglichen Kunstzeitaltern befinden, jedes Blöckchen nach einer Grundfarbe. Bilder, vorwiegend in Blau, in Grün, Gelb oder Rot gehalten. Man könnte auch Themen nehmen. Toiletten der Welt, Kaffeehäuser, Blühbäume, Wege, Großelternschuppen, verfallene Häuser, altes Haushaltsgerät, usw. – könnte man.

Einen Postkartenblock hatte ich mal mit setzkastenkleinen Dingen, fein angeordnet, farblich sortiert. Winzige nur rote Dinge, nur schwarze…usw. Auch schön!

Nun will ich ein wenig tränenlos träumen, vielleicht von damals, so royblackig: Ganz in Weiß. Bestimmt wird`s aber geträumt provokativ mit Feuerwerk und so…