Da greife ich im Dunklen noch zart nach dem Bettnachbarn, da ist er schon fort und ich fasse stattdessen in eine beinahe körperwarme Postkarte. Beim abendlichen Lesen als Zeichen genutzt, war sie aus dem dedektivmauligen Roman gerutscht und er hatte drauf geschlafen. Ein Feuer brennt auf der Karte, ein kleines, munteres Feuer in einer dieser großen Schamottschüsseln. Mit einer solchen liebäugle ich, deshalb nahm ich die Karte irgendwo mit.

In meiner Lieblingssendung „ttt“ sah ich einen Beitrag zum Thema Soziale Ungleichheit. Schon lange schürt es mein inneres Feuer. Link dazu im ersten Kommentar. Solche einigermaßen wahrhaftige Sendungen haben einen späten Sendeplatz. Der Verdummungsmeinungsvielfaltentgegenwirkungsesel weiß, warum.

Meine Nacht- und Wachträume spielen in moosigen Großstädten, in schummrigen Wäldern, in dunkelrotsamtigen Etablissements, in Alaskakinos, Kräutergärten, sanftwilde Kinder singen zartstimmige Laternenlieder, Stupsnasenbabys weinen herzzerreißend, Kümmelmänner fegen Laub, Damen in schwarzem Leder turteln auf Brunnenrändern, der Rilketiger tobt hinter den Käfigstangen, großäugige Kühe muhen im Allgäu und mein Sohn erzählt mir, dass es kein Vergnügen mehr sei, in Amsterdam zu spazieren, weil man höllisch aufpassen müsse, von keinem Radfahrer umgesäbelt zu werden.

Außerdem habe ich erfahren, dass die Geschwindigkeit, mit der in einer Sanduhr gerieselt wird, annähernd mit der Torricelli´schen Ausflussformel angegeben wird. Manchmal lese ich von Sachen, nach denen ich gar nicht gefragt habe, in diesem Buch: Wie man Gurken zum Glühen bringt. Physikalische Rätsel und Paradoxien…

Womit wir wieder bei der Greiferei ins Dunkle angekommen wären.