In den wilden Straßen von San Francisco herumgeirrt im Traum, an Riesenriesenrädern vorbei und altem Bergwerksgestänge bis nach Görlitz gefunden. Keine bekannten Menschen getroffen, nur junge Eltern mit Fahrradanhängern voller Kinder, die mir nicht weiterhelfen konnten. Das heimatlose Fremdheitsgefühl wuchs. Gleichzeitig heiß und kalt. Gezittert, schwitzig aufgewacht.

Oh, nein, ich werde der runtergefallenen Blätter nicht Herr, oder Frau, die Autos könnten bei irren Bremsmanövern in die Tore rutschen, gleitschirmlos heftig donnernd. Es staubt nicht. Weil Sonntag ist oder es geregnet hat, schmieriges Fegen, in Schubkarren heben, auf den Wertstoffhänger, denn Walnussblätter dürfen nicht zum Kompost.

Da war es gestern schöner. Bücherflohmarkt im Nieselregen, die ganzen Fontanes links liegengelassen. Ein Studienratskerl stellt sich neben mich, beginnt ungefragt, mir seine Meinung über das angebliche Nichtlesen von Jugendlichen aufzubraten. Da geht die frühere Deutschlehrerin einfach weg, fängt mit keinem Menschen ein Gespräch an, weiß nicht, wozu, warum, vielleicht eine gesunde Mischung von Stillewollenautismusgebaren.

Später auf dem Töpfermarkt kauft die Freundin eine tönerne Vogelflöte. Vorher bekommt sie die verschieden getonten Instrumente vorgeführt. Alle gucken plötzlich, woher diese paradiesischen klaren Hochundruntertöne kommen, die sich in die trüben Lüfte heben. Die Verkaufstöpferfrau hat Philosophie studiert und lacht so faltig siebzigjährig wunderschön, erzählt auch noch über die gefertigten Okarinen. Meine Freundin erwirbt eine Dompfaffflöte, beinahe hüpft sie jetzt, davor wie gelähmt von störrischem Störgesorge.

Heute gehen wir nicht in den Erbseneintopfsaal, denn es klingt keine Klaviermusik heraus, lieber noch Keramikfeuerschüsseln betrachten oder Goldigschnuckelseifenschälchen.

Es ist anders wie früher. Der Glühweinonkel steht beinahe ohne Kundschaft, wir müssen uns beraten über das zukünftliche Gänsebratenlammspringweihnachtsfest. Vielleicht in Hawaihosen und Walsertalstola, ohne Weltkriegseisblumen an Kammerfenstern. In den Kammern lagen früher die Kinder mit Mandelentzündung und fuhren mit ihren Fieberfingerchen die Tapetenblumen nach.

Die Wälder brennen eh in Kalifornien. –