Antonia

 

Antonia,

du kannibalin,

ist dir

mein hals nicht genug?

sie beißt mir

die augenbrauen

wie die schuppen eines fisches

weg!

 

ist sie ein seeadler geworden

der dem ozean

ins fleisch stoßt?

meiner seel,

klagt anselmo,

wenn das so weitergeht,

dann bleiben mir

grad noch die augensterne

und die haut

an den fingerspitzen …

aber sei`s drum:

antonien sehen

und fühlen

ist mir ein himmel

aus rutschiger seide und

den bezauberndsten farben,

die sich ein mensch

überhaupt vorstellen

kann …

 

(H. C. Artmann. In: Und strömt und ruht. Gedichte und Bilder. Heinrich Pleticha/Daniela Kulot. Thienemann Stuttgart/Wien 2005)