Herbstaugen

 

Presse dich eng

an den Boden.

 

Die Erde

riecht noch nach Sommer,

und der Körper

riecht noch nach Liebe.

 

Aber das Gras

ist schon gelb über dir.

Der Wind ist kalt

und voll Distelsamen.

 

Und der Traum, der dir nachstellt,

schattenfüßig,

dein Traum

hat Herbstaugen.

 

(Hilde Domin. In: Atem der Erde. Lyrik zu den vier Jahreszeiten. Hrsg.: Asta Scheib. Radius Stuttgart 2013)