So ordentlich fein kann meine Lieblingsnachbarin die Wäsche falten. Wir teilen uns eine Spinne und wenn Ungemach droht, geht sie hin, nimmt von den Leinen, was in unsere Schränke gehört. Ich muss bei ihr anfragen, wo sie das gelernt hat. Ich bin chaotisch in Faltübungen, werfe alles in textile Haufen und überlege, wo ich das lernte. Meine Mutter konnte das Akkurate auch, als gelernte Schneiderin eh, doch das Wäschefaltdidaktische fehlte ihr. Ihr Bemühen artete in Geschrei aus und Kleiderbügel gelangten in Fehleinsätze. Schade eigentlich. Fehl am Platze zu sein führt häufig zu rebellischer Unordnung.

Ich werde von der Lieblingsfaltsachennachbarin lernen. Außerdem die Zubereitung von winzigen Würfelchen aus rohen Kartoffeln in der Pfanne und ihr Lachen an heißen Tagen. –