„An die dunkle Landschaft draußen verloren lag er nächtelang auf der Liege im Pullmanwagen und sah, wie das schattende, schemenhafte Land vorüberflog; schlief schließlich ein und erwachte plötzlich, um die kühlen Seen von Florida im Tagesgraun zu sehn, die dalagen, als hätten sie von Ewigkeit her auf diese Bewegung gewartet. Oder er hörte, als der Zug in den noch dunklen Morgenstunden in Savannah einlief, die ruhigen Stimmen von Männern, die sich auf dem Bahnsteig unterhielten, und die matten Echos der Halle. Oder er sah in der blassen Stunde vor Tagesanbruch gespenstische Wälder, tiefgefurchte Feldwege, eine Kuh, einen Buben, einen Menschen, der in der Tür einer Hütte döste. Er erlebte in diesem einzigen Augenblicke der Zeit, was sich alles Leben zu zeugen gemüht hatte, damit es am Fenster des fahrenden Zuges erscheine und vorüber sei.“

(aus „Schau heimwärts, Engel“ von Thomas Wolfe. In: Hugo Hartung: Mit Dichtern reisen. Reise-Winke von Goethe bis Kafka. Süddeutscher Verlag München 1964)