Manche schauen sich bei Gastgebern schnüffelnd im Bad um, öffnen Schubläden, Kästchen, Schränkchen. Mir ist dabei in wüsten Zeiten mal eine größere Kruschtschublade rausgerutscht und ich musste schnell kirre werdend das ganze Salben- und Kosmetikzeugs wieder reinstopfen. Damenbinden, Kondome, Cremes für die hintersten Probleme, vielleicht noch Lockenwickler und farblose Schuhwichse.

Ein feines Buch öffnet mir rund hundert weibliche Badezimmer. Ich darf in altmodische Seifeneckchen schauen, dazu Geschichten lesen. Beispielsweise erfahren, dass man auf den Philippinen den kleinen Kindern ein Tröpfchen Baby Cologne auf die Haare tupft, was die entsprechende Dame heute noch tut und es auch selbst benutzt. Herrlich, sich da durchzulesen!

(The Bathroom Chronicles. 100 Frauen, 100 Bilder, 100 Geschichten. Hrsg.: Friederike Schilbach. Suhrkamp Berlin 2017)

Bei Luisa Francia lese ich, was zwei Fernsehsender sich erlaubt haben! Hässlich, hässlich!

Woanders lese ich, dass zwei junge Künstlerinnen kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes verstarben. Maria Uhde die eine, Paula Modersohn-Becker die andere. Die darüber schreibt, meinte, dass das Schicksal so etwas erlaube, weil eine Frau nur entweder-oder sein könnte. Da ist was dran, glaube ich. Auch aktuell noch. Leider.

Ein unpassendes Zitat dazu:

„Veränderung geschieht, wenn jemand wird, was er ist, nicht wenn er versucht, etwas zu werden, das er nicht ist.“ (Arnold R. Beisser)