Sollte ich sauertöpfisch mein Jammermoralmündchen ziehen, mich beklagen wollen über sich nähernde Tode oder über meine mitunter rutschenden Bücherberge, muss ich lediglich in mein Ressourcenbibelchen schauen oder bei rasend gesunden Bloggern lesen. Feine Energiesprühungen ergießen sich über mich wie damals im Frankfurter Flughafenausbauwald es die Wasserwerfer taten.

Wie gerne schreibe ich extraverschrobene Sätze, wie gerne lese ich herum mitten im Stifter, Kleist, Storm – Hesse nicht zu vergesse…Ich will nicht, dass es endet, nicht diesen geliebten Teil meiner Schreiberfreiheit verlieren, Sucht hin oder her.

Weiter an dadaistisch surrealistischen Textchen basteln. So im Stillen erfreut das lange nicht so. Wander- und Ruhetage gleichermaßen hier gestalten, ganz nach Gusto. Nicht mitmachen bei Projekten, nicht immer wieder gleiche Themen in anderen Blogs goutieren, ein Freigeistleben führen und drüber schreiben.

Das mit dem Schreibgeländer habe ich von der Journalistin Carmen Thomas. Aus einem Buch über den guten Umgang mit toten Menschen. Das gab ich meinen Schülern an die Hand und sie mochten es lieber als die Ordentlichstrukturschreibhinweise der Curricula fürs Fach Deutsch. Natürlich waren keine Hinweise auf Leichenwaschungen enthalten, lediglich die rohen Ideen.

Der Garten lenzt sich schwer und bunt auf den Mai zu, Eichelhäher und Eichkätzelchen tun den Tanz, gebärden sich wie rasend. Gutes Programm!