Aus dem Fenster um drei Ecken sehe ich ein dunkles Eichhorn den Walnussbaumstiel flink runterklammern, nebenan hebt einer den Schornsteinfeger am Hintern auf sein Schrägdach und kratzt sich danach am beohrringten Althippieohr. Was ist bedenklich? Fasst man dem schwarzen Mann einfach an Stellen, die diesem nicht einsichtig sind?

Später im Cafe glutenfrei Stachelbeerbaiserfeingebäck zierlich gepickt. Glutenfrei ist mir egal. Bauchweh macht mir Anderes. Die Lage der Welt und Tonkaschokolade. Nicht wirklich. Die Kaffeehausplaudermenschen reden leise, feines Geschirrgeklirr, gerade so, als gäbe es keine Leidenszeiten, von nicht schwebenden Kanzeln mahnend gepredigt, schwer verträglich. Kirchengluten.

Im Innern der Buchhandlung lachen mollige Landfrauen über Dampfnudelrezepte, bestellen schlaue Mittelstudienräte anspruchsvolle Lektüre, holen Wollmilchschafsdamen ihre Flugzeugromane ab, tummeln sich Konfirmationskarten und Sterberatgeber samt Augenwischtüchlein und Einwortpostkarten.

In meinem abgeholten Buch (Andrea Scrima: Wie viele Tage) steht ganz vorn:

 

Sieh, nun verschwinden sie, Orte, Gesichter,

Mit jenem Selbst, das sie zu lieben suchte,

Um gestaltet, erneuert zu werden, in anderem Muster.

(T.S. Eliot, Little Gidding, Vier Quartette)