Heute sah ich niemanden in anderen Umständen. Viele, die sich innerhäusig aufhielten. In der Apotheke riet sie mir artig zu Milchsäurezeugs, um die Folgen eines Antibiotikums auszubügeln. Oder Quark ganz ohne was und Joghurt vom Wilden Kaiser.

Leise meinte ich über eine vor dem Eiscafe rauchende Dame, die sei wahrscheinlich im Stuhl festgefroren. Da ging der Enkel einfach hin und fragte sie mit freundlichem Interesse: Kommst du da nicht mehr raus aus dem Stuhl?  Woraufhin sie königlich lächelte, ihn unschrill beruhigte. –

Es war die Frau, die ich schon öfter sah, die stets besonders gekleidet ist, als habe sie täglich ein neues Motto: Csardasfürstin, Aristokratennachfolgerin, Gutsverwalterin vom Baltikum, oder so…

Nie wie eine mittelalte Eiscaferaucherin, nie normal. Immer allein, sich die Kleidung vornehm glatt streichend, dem Zigarettenrauch gen Himmel nachschauend. Ihre Stimme zum ersten Mal gehört und dieses bezaubernde Kinderlieblächeln gesehen.

Im kleinen Cafe waren Pastellzeichnungen ausgestellt. Über unserem Tisch ein pelziger, mächtiger Wolf. Wir staunten die ganze Stachelbeerbaisertorte lang mit Milchkaffeeglanzaugen und Lachen allenthalben.

Beim sonst munter sprudelnden Brunnen war das Wasser abgestellt. Man wird wissen, warum. Sind ja hier nicht bei den Tinguelybrunnen in Basel – bei Hausfrau Hanna zu sehen, wie die eingefroren ausschauen.