Ein echt fetziger Beinaheschneesturm fegte kurz vor Anbruch der Tageshelligkeit die Autos und Bürgersteige kehrfertig. Man konnte nicht so schnell sein wie dieses Gewetterschauere. Sonne lacht nun überm Matsch. Was die Leute allüberall zum Wettergerede bringt und mich eventuell zum Rumassoziieren über die Tätigkeiten von älteren Damen, nachdem sie den Küchenkittel übergeworfen haben. Ob die wohl über Eincremezärtlichkeiten an ihren zarten Brüsten nachdachten, an wilde Liebesszenen ihrer Jugend, die starken Arme der Kerle oder deren Festhandgriffe?

Sie wünschten sich kein Zimmer für sich allein, sie wollten nur die Wohnung fitzelchenkrümelfrei räumen und putzen. Als ob es kein anderes Leben gäbe. Dabei: was nicht alles schlummerte unter Pariser Sesselchen oder in dumpfen Nachttischschubladen. Warte nur, Lissbetth, ich treib dir schon die Flausen aus. Mama, was sind Flausen? – Ach, lass mich in Ruhe, das sind so Staubfusselklumpen, sonst nix. Frag nicht so viel!

(Angeregt von Mona Lisas Kommentar zum Wort des Tages, denn diesen Putzkoller kenne ich nur zu gut. Zum Glück hat er mich nur jeweils kurz vor den Geburten überfallen!)