Meine Paisleyreisetasche wartet immerhin im Badezimmer. Die neuesten Rheumaslips sind drin und die roten Spitzenhemdchen. Noch keine Zahnhaftcremes, noch keine Schlupflidheber oder Cremes für Hinten. Sie wartet inhaltsreich nun vorläufig bis April, dann geht´s wieder in den Schnellzug mit dem weitläufigen Namen, der rast und eilt bis dorthin, wo auch die Autos auf den Zug müssen, um übers Meer zu kommen.

Gestern im südhessischen Vettelstädtchen trieb uns der Wind durch die Gässchen. Sie wollte mir das Schickimickicafe zeigen, in welchem nicht alle Gäste bedient werden. Man hat einen Gustocodex. Feiertagsgeschlossen. Stattdessen ein rumpeliges Oberstübchen zu Milchkaffee und Wurstsalat. Die Unterhaltungen, ich kann Euch sagen, so inniglich wie lange nicht, kreischvogelartig spitzfingrig vor der alten Dunkelholzstanduhr, die auf fünf vor zwölf irgendwann stehengeblieben sein muss. Was sollen wir machen mit unseren jeweiligen Postpaketen seit der Schulzeit? Mit ihrer kurzzeitigen Pragklassenfahrtfrömmigkeit und meiner Henrymillerzeit? Mit den Zeiten von Familienfruchtbarkeitsberufskampfkorrespondenzen über die Jahre. Nachlesen oder nicht, weg damit oder ins Intimarchiv? Aber für wen?

Tochters Freundin, die Flugbegleiterin, wurde im fernen Lande vom Rochen gestochen und musste als Patientin zurückfliegen.

So hat jede ihre Erlebnisse.

Viele haben sie noch vor sich.

Meine Urahnen wurden nie von Rochen gestochen, dafür gab es keine guten Schuhe und tausendmal Schlimmeres.

Ich freue mich auf das kommende Jahr!