Das Haus war ruhig

und die Welt war still

 

Das Haus war ruhig und die Welt war still.

Der Leser wurde das Buch; die Sommernacht war

 

Wie das bewußte Sein des Buches.

Das Haus war ruhig und die Welt war still.

 

Die Worte wurden gesprochen, als wäre da kein Buch,

Nur daß sich der Leser über die Seiten beugte,

 

Sich beugen wollte, sich innig der Gelehrte

Zu sein wünschte, für den sein Buch wahr ist, für den

 

Die Sommernacht wie ein vollkommener Gedanke ist.

Das Haus war ruhig, weil es ruhig sein mußte.

 

Die Ruhe war Teil der Bedeutung, Teil des Geistes:

Der Zugang der Vollkommenheit zum Buch.

 

Und die Welt war still. Die Wahrheit in einer stillen Welt,

In der kein anderer Sinn liegt, ist selber

 

Still, ist selber Nacht und Sommer, ist selbst

Der Leser, der spät dort sitzt und liest.

 

(Wallace Stevens. Aus dem Englischen von Kurt Heinrich Hansen. Frankfurter Anthologie. FAZ vom 30. April 2016)