Glimpf bedeutet sowas wie Schonung. Mal sehen, was sich schonend erzählen lässt. Eine Frau berichtet, ihre vier und fünf Jahre alten Enkel hätten je ein I-Pad geschenkt bekommen und von daher seien sie unterm Bescherungsbaum beinah nicht mehr rausgekommen, hätten achtlos andere, liebevoll ausgesuchte Geschenke außer Acht gelassen und jedes Kind habe lange Zeit und voll gefesselt herumgewischt. Artig seien sie gewesen.

Umtauschbrüder, nein, -schwestern stromerten suchenden Auges durch die kleine Stadt. Junge Flüchtlingsmänner in Pulks dazwischen, immer lachend.

Eine alte Dame hatte vergessen, ihren dunklen Faltenrock aus der Stützstrumpfhose zu ziehen hintenrum. Schnell sagt man ihr das, und gibt dem angetrunkenen Süßholzraspler kein Bargeld, nach dem er vor der Bank verlangte. Stattdessen sucht man Kleinkindbilderbücher über Waldtiere ohne Exklusivbambis aus in der Buchhandlung am Markt.

Gestern hörte ich ein Interview mit der vor nicht langer Zeit verstorbenen Silvia Bovenschen.

Hier beim 27.12.: http://www.hr2.de/programm/podcasts/doppelkopf/index.html

Dabei fällt mir immer wieder ein, wie unausweichlich der Tod auf uns zukommt. Darüber sprach sie, über dieses Entsetzen, welches viele über 60 ergreift. Nicht mehr arg viele fröhlich quietschende Nönnchen gibt es sodann, aber es gibt sie, nach wie vor.

Ach, lass mich so eine sein. Wer immer du bist, Herr Kommunist – oder so.

Das Leben könnte glimpflicher ausgehen.-