Vierzig Jahre Ehe glitten im Hoch- und Niedergewalle dahin, wie dieser unbeständige Sommer. Mal aufautospiegeleibratheiß, mal schlottersaunasaukalt. Vor der Ehe war auch ein Leben, geprägt von Kaltherzsachen und Warmliebkochdünsten. Der Wille zu den Künsten. Immer das Wissen, Menschen im Hintergrund zu haben, die mich auffangen würden in ihrem offenen Haus oder in warmen Zimmern, wenn denn mal gar nichts mehr ginge. Auch heutzutage muss ich mir niemanden suchen auf den Vergißmeinnichtwiesen im Internet. Keine gute Vorstellung, aber für manche vielleicht eine beste Möglichkeit.

Nichtsdestotrotz kenne ich einige einsame Menschen, die aufpassen sollten, nicht in diesen Verbitterungskartoffelsäcken zu verschwinden.

Ist es denn schön, in Doktorenwartezimmern sich in Krankheitsjammergesprächen zu suhlen? Ach, was hab`ich schon noch, zu nichts mehr zu gebrauchen, man sollte mich einschläfern, oder auf die Fußballtrainerbank setzen irgendwo in München, das andere Extrem (hätte ich beinahe gesagt).

Lieber ewig neugierig bunt wie ein Vagabund durch die Lande, die Wohnung, den Garten streben, nicht über Teppichkanten oder Sekttreppchen stolpern, eher über kleine Zeitungsartikel, in denen steht, dass demente Menschen andauernd Sex haben wollen, weil sie sogleich vergessen haben, dass es erst vor kurzem geschah. Die Empfehlung im Artikel: unbedingt zum Arzt gehen und sich beraten lassen. So geht das ja nicht!

Mein Mantra: Es kommen bessere Zeiten!

Sonst geht es wirklich nicht.