Meine Burschikosfrisörin erzählte heute „un wann ich do anne reit…“. Mit ihrem Pferd durchstreift sie die Wälder der Rheinhessischen Schweiz und wir kennen uns beide da und dort aus. Ich fand das Wörtchen „anne“ so klasse. Es bedeutet „entlang“, gleichzeitig heißen zwei liebe Freundinnen so, wobei ich natürlich nicht sagen kann: Hallo Entlang, wie geht es dir?

Spinnereien.

Beim Treff mit dem Sohn im Gastgarten saßen am Nebentisch zwei sehr alte Frauen, sie speisten das Tagesgericht: geschmorte Zwiebeln, Kartoffelbrei und Frikadelle. Die eine holte verstohlen ein Plastikfläschchen Wasser aus ihrer Handtasche und goß sich nach. Sparsam- und nicht nur ganz alte Menschen tun so etwas, habe ich mir sagen lassen…Wenn ich ein garstiges Biest wäre, ach, dann meldete ich es dem Wirt. Menschen, von denen andere es nie vermutet hätten, waren früher Denunzianten oder bei der Stasi – kleiner, nur beinahe passender Zwischengedanke.

Schwüle. Klebrige Nächte. Nachbarsgebrüll. Sommerdurchdrehdunkel.