Die Jungwinzer haben eine neue Idee. Sie veranstalten in der Nähe an einem alten Wingertshäuschen einen „Weinjump“. Mit Wein der entsprechenden Güter, einem Hüpftraktor für die Kinder, kleinen Imbisschen, ach, nett.

Hauptsache, du weißt noch Tag und Stunde, und du heulst bei traurigen Stellen im Roman. Du könntest Gedichte über Graupensuppe oder schwere Motorräder schreiben. Du zeigst dem Enkel, wie man die reifen Körnchen in den Mohnfruchtständen am Ohr zart rappeln hört, sich dann in die Hand schüttet, sodann weiß, woher die Mohnbrötchenkörnchen kommen. Oder er sieht morgen nach, wie fett das grüne Gummibärchen geworden ist im Wassergläschen, oder er schaut ins kleine Kaleidoskop und bittet mich, vorne zu drehen, da er sich das eine Auge noch zuhalten muss.

Oder er erzählt, dass ein Junge im Kindergarten immer haut. Was machst du dann? – beantwortet er mit: Ich gehe einfach weg.

Das hätten wir schon mal.

Auguste heißt die Fliege, die den Johannisbeerschmandkuchen umschmachtet.

Frisch bezogene Betten winken, das Alter schnalzt bedächtig mit der Zunge, die Lunge pfeift noch nicht. Man trägt Hut, schaut sich genau die Todesanzeige der Familie Härtling an, mit dem Ginkgoblatt oben links. Die vier erwachsenen Kinder, die zahlreichen Enkel, die man fast alle sah vor zwei Jahren in Alzey, anlässlich der Verleihung des Elisabeth-Langgässer-Preises an ihn, den nun toten Peter Härtling.

Meine Hartgesottenheit schützt vor Tränen. Unglaublicherweise kommen welche, wie von irgendeiner Literaturdame vorausgesagt –  und zwar beim Sogroman von der mit dem schwierigen Namen, dem mit dem einfachen Titel:  Ein wenig Leben.

Das schmerzverzerrte Jungmanngesicht auf dem Titel.

Schnell weiterlesen, hurtig. Wenn die vom Weinjump zurückkommen, wird es wieder familienlaut hier.