Noch ganz versunken in die Frage, ob Mörike Sonntagskleider besaß, kommt mir dieser Traum in den Sinn: mit einer roten Schere und sandigen Füßen suche ich nach den Sommerferien Klassenräume der fünften und sechsten Klasse. Zum Glück treffe ich eine altbekannte Kollegin, die ruft: Komm, wir nehmen hier die Grammatiktreppe, da kannst du dir auch gleich den Sand abstreifen…

Ach, schon wieder das. Dabei haben die Ferien erst angefangen. Manches sitzt verflucht tief. Das Mantrazeugs hilft nicht. In Träumen gibt es, wer weiß, vielleicht sogar Geographietreppen und Lateineckchen. Geheime geschichtliche Holzeinkrachhäuser für die ohne Hausaufgaben.

Von Klagenfurtz Literaturtagen nahm ich ein paar himmlische Worte mit: wurzelloser Rettich, Metaphernkaskaden, elaboriert, Firnis, Stifter, Bernhard und so weiter. Nicht zu vergessen das düstere Biolabor namens „Sommerfrische“.

Auch erfuhr ich, dass es SS-Leute gab, die sich in Grenzgebieten als Partisanen verkleideten und wenn jemand ihnen Obdach geben wollte, kamen die Schergen. Davon erzählte dieser slowenische Schriftsteller, allerdings nicht im Rahmen der Literaturwettbewerbe:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=67266