Das Reclambändchen mit den Juligedichten suchen. Ah, dort, unter dem garstigen Februar liegt es still und abgekühlt. Das liebe Wetter brütet sich langsam wieder hoch, doch bitte keine Gluthitze, lieber Goslarheinrich. Heute früh ein Satz von ihm im Radio, dass er sich bei liebem Sonntagswetter aufmacht, von Goslar in die Ferne, quer durch autofreie Lande. Wohin, wohin?

Als Wort des Tages wollte ich eigentlich „Kannibalen“ nehmen, habe aber vor Schreckekelstarre bei Anblick bestimmter Bilder Abstand genommen, lieber den Augustvorheizmonat ausgewählt.

Die Träume waren durchwirkt von Literaten, teilweise von solchen, die ich noch nie las. Allen voran dieser Knausgard mit dem Bartverwittergesicht und dem sorgenvollen Blick. Der war ein Holzfäller im Heuschreckenmantel, von Christo entworfen; er sortierte Omaeinmachgläser nach Art der Marmelade. Wildkirschenbröckelchengelee, mit dem warf er nach mir. Ich sollte mich anpassen, sollte meinem Enkel keinen Unsinn beibringen, lieber von der Hansgretelhexe erzählen und Frau Holle in unseren Nitratwasserbrunnen werfen.

Was sich da alles vermischt: Tagesreste, Minipressenreste, Geschwistersachen, Freundinnenhaare, Campingplatzwiderwillreste, Deltaairlines und Alissa Walser, man will nicht meinen…

Auch dem Unguten Raum geben, ach ja. Achtsam sein und nachhaltig. Pustekuchen! Lieber Andreas Altmanns Kackarschbücher lesen und dazu Willy DeVille-Songs hören, oder auf dem Kopfsteinpflasterhof zum Rastasönnchen winken ohne zu hinken, später die Wildzettelcollagenpostkarten basteln ohne mich zu verhaspeln.

(Letztendlich muss ich unbetrübt feststellen, dass meine frivole Ecke sich wenig feinsinnig zu Wort meldet. Inzwischen keine Löschtaste mehr, eher ein warmes Verständnisgrinsen).