Was ich nicht mag

 

Lederäpfel, Pfirsichhäute,

Trams, wo es nach Big Macs stinkt.

Ein paar ungenannte Leute,

Song, wenn Titanic versinkt.

 

Psychiatrie und Psychiater,

gleich ob heutig oder Freudsch.

Morgens auf mit einem Kater,

Rap, ob englisch oder deutsch.

 

Nachts in einem Einzelzimmer

irgendwo am Niederrhein.

Durch die Wand das Lustgewimmer

derer, die nicht so allein.

 

Betteln gehn um ein paar Franken

Kontoüberzugslimit

bei den Schnöseln alter Banken,

deren Ton ich mir verbitt.

 

Autofahren, Offiziere,

Boulevardpresse, Löschpapier.

Kalte Weine, warme Biere

und Gedichte (die von mir).

 

(Martin Suter. In: Heimliche Gedichte. Ausgewählt von Daniel Keel und Daniel Kampa. Diogenes Zürich 2007)