Nun ist sie da, die Zeit der Fleckenmauerbesichtigung, der Denkmalsbeweidungen, der Klingeltöne im Wäschekorb. Frischluftfestivitäten, Biertischgarnituren samt Bekotzung, Hüpfburgsgeschrei.

Freundinnen radeln herum oder besuchen Korbwarenflechtbetriebe und Dolomitieiscafes. Das bucklicht Pfingstmännlein besuchte mich nicht, aber ein paar Blutdampferinnerungen. Wie ich als Vierjährige bei Oma und Opa am Küchentisch saß, die Potschen unterm Tisch; sie lösten ihre Kreuzworträtsel und pafften Ernte23, durchs geöffnete Fenster die Blutgerüche vom Schlachthof nebenan, mein Mund voller Speckklumpen, ich durfte erst mal nicht aufs Klo.

Meine kleine Freundin Hannelore wartete sicher schon, um mir wieder den Nachttischschubladeninhalt im verdunkelten Elternschlafzimmer zu erklären. Nagelklipser, Haarteilchen, komische labberige Ballons, Schlachthofheftchen und krumme, schwarze Haarnadeln. Hielten ihre Eltern Mittagsschlaf, wurden die abgeschnittenen Kuhköpfe besichtigt und die Männer mit den Gummischürzen geneckt.

Die Speckstücke werde ich nur langsam los, am längsten dauern die Vergessgerüche.

Wenn der kleine Enkel manchmal losbrüllt vor Mamaverlustangst, weiß ich wieder, was mir geschah. Ich hatte ja richtig „Grund“.

Wichtig: nicht schimpfen mit mir, weil alter Schmerz hoch kommt!

Alles in die kastige, rosa Omahandtasche und mitten auf der Fleckenmauer hastig ausleeren. Sehr gründlich, bis auf den samtigen Füllstoffboden. Handtasche begraben, jenseits der Kirchhofmauer, wo die Selbstmörder liegen.

Eiskalt weitergehen, sich schrilles Lachen verkneifen, doch die Augen leuchten wie verrückt!