Gestern fiel er vor uns auf den Waldweg, dieser mächtige feuchte Zunderpilz. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen, und legte ihn zu den gesammelten rotlöchrigen Donnersbergsteinen in die Utensilientasche. Der Weg gab Schatten, jedoch fand ich die kleine Quelle mitten drauf nicht mehr. Der Plätscherbach neben dran zauderig ob all der Trockenheit, komische Fliegen, silberhelle Vogelgesänge, kaum Wanderer, außer Vater und Sohn mit ihren Staubwedeln (wie meine Freundin deren Kleinhunde bezeichnete). Die eine Rehratte stand stur im Bach, die andere mied ihn hüstelnd.

Später besuchten wir ein Eiffelturmtortencafe mit lauter älteren Herren in gestreiften Polopullovern. Scheint eine Uniform zu sein. Vier junge Strammwanderinnen trugen helle kurze Hosen mit Flatterblüschen, suchten auf Apparätchen nach Wegen, keine faltbaren Karten mehr in Benutzung. Shorts mit Wanderstiefeln verändern die nackten Frauenbeine in eine bestimmte Richtung, jedenfalls nix mit Erotik. Muss nicht.

Ich will ein Pseudonym. Etwas wie Nora Brigitte Marx. Mal sehen. Ein paar Menschen kannte ich, die aus Gründen ihren Namen geändert haben, richtig offiziell. Ich habe das auch gemacht, hat vor Jahren fünfzig Mark gekostet. Tja.

Die Hitze flimmert am Fenster vorbei. Wir üben Sommer. Katzen hüpfen irrsinnig über heiße Terrassensteine. Man möchte denken, dass das Wetter noch nie seltsamer war als heutzutage, doch die Kelten haben am Donnersberg auch ganz schön geschwitzt früher. Winters hatten sie jedenfalls keine lenkbaren Plastikschlitten und mussten auch noch nicht den Adlerbogen am Moltkefelsen umfahren.

http://www.dannenfels.de/index.php/adlerbogenfest