Vor einigen Jahren fühlte ich mich noch gleichaltrig mit mir, fuhr singend und schunkelnd zur Arbeit, im Autochen wackelte und dröhnte es so, dass die Kollegen auf dem Schulkundenparkplatz schräg schauten. Der mit dem Rad kam, lachte und hatte keine Wildunfälle zu bestehen, seine Feldhasenbremse funktionierte. Sein Lebenserhaltungstrieb allerdings setzte einmal kurz aus: er verbrannte sich am Strommast, jetzt Wegmarterl beim Vorbeikommen.

Blogrollmarterl gibt es nicht, obwohl ich einige kannte, begonnen mit „Altweibersommer“ und einer vom Hühnerhof. Leider kann man keine Blogfolgenden sperren, daher tummelt sich dort das komischste Volk, wenn es denn noch lustig wäre. Namen wie Burschenschaftsschmisse – oh my God! Pralle Edeldamen, Amazonen, Alleinwanderinnen wären mir lieber. Was soll ich sagen, die gibt es, unter wenigen edlen Herren, wie mich das freut!

Ebenfalls solche, die Herr Rainer Maria Rilke hier beschreibt:

 

Die Greisin

 

Weiße Freundinnen mitten im Heute

lachen und horchen und planen für morgen;

abseits erwägen gelassene Leute

langsam ihre besonderen Sorgen,

 

das Warum und das Wann und das Wie,

und man hört sie sagen: Ich glaube-;

aber in ihrer Spitzenhaube

ist sie sicher, als wüßte sie,

 

daß sie sich irren, diese und alle.

Und das Kinn, im Niederfalle,

lehnt sich an die weiße Koralle,

die den Schal zur Stirne stimmt.

 

Einmal aber, bei einem Gelache,

holt sie aus springenden Lidern, zwei wache

Blicke und zeigt diese harte Sache,

wie man aus einem geheimen Fache

schöne ererbte Steine nimmt.