Leserreisen unternehme ich mit lauter schlauen Bildungsbürgern in Schubladenwüstenbussen oder auf schweren Motorrädern, in sachte laufenden Sibiriensalonwagen ohne lebende Hühner an Bord, allerdings nur im Geiste beim Studieren entsprechender Reiseverlaufsbeschreibungen. Diesmal gibt es einen freien Tag zum Shoppen – oh my God – und der Möglichkeit, anschließend in die Wüste zu fahren und im Beduinencamp Kaffee zu schlürfen. Ich durchkämme die Savanne auf der Suche nach den schönsten Motiven für Niemehranschaufotos und kraule Spitznashörner am Gewölle. Auf dem anderen Kontinent, der kurzerhand mitgenommen wird, habe ich dann wieder einen halben Tag zum Shoppen. Geht`s noch!

Die Sprache dieser Programme verstehe ich nicht immer. Dass mein Scout mich zur Ananasbierbrauerei begleitet, verstehe ich, aber was bedeutet beispielsweise, dass ich am Vormittag einen letzten Game Drive erleben darf?

Genug, genug, ich packe schon mal mein Bücherköfferchen fürs Sauerland, weil ich lesen will anstatt bei eisigen Winden unter alten Skisprungschanzen zu flanieren. Und ich lese nach, was ein gewisser Herr Schlechtes über eine meiner Lieblingsstädte – München – zu schreiben weiß:

http://scharnigg.de/