Auf allen Nachtschränkchen in meinem Bücherhotel stünden Bauernblumenkästchen mit Tüchlein, in die man weinen könnte. Oder so Modernekunstpappkartönchen, schrill mondrianisiert mit Filz und Spray, rot, schwarz, gelb samt Renoirrandbemalung. Seerosentapeten. Versunkenheitsangebote noch und noch. Brutale Krimis über rachsüchtige Bestatterinnen gäbe es, aber auch Inselbändchen über Bäume, Wiesenblumen und Rilkebriefe an junge Frauen oder an alte Holzhacker. Der verkleidet in Backstuben tobte würde vorkommen, auch Schluckspechte und Tandaradeiknaben, Naturburschen, wilde Lesben mit Rückgrat, herbe Moosforscher, kinderlose Tierpfleger, Glöckner abseitiger Kathedralen, Einsiedlerinnen der losen Hand, verdorbene Trinker samt Nonnenschwestern, verletzte Männer mit Sehnsuchtsvitalitäten, garstige, unersättliche Fischerfrauen, natürlich alle Bücher über Menschen, die noch nie einen Verkehrskreisel befahren haben, geschweige denn jemals Kenntnisse darüber erwarben.

Dabei wollte und will ich nie in der Gastronomie tätig sein, doch rein gedanklich in Bücherhotels lungern, dort mit saftigen Jungpoeten in Whirlpools parlieren, sich auf den heißen Steinen weiter unterhalten, diese Vorstellung könnte regnerische Maientage herrlich verwandeln…