Wunderbar, mal in der Stadt zu spazieren, und da sitzt einer, den ich seit vierzig Jahren kenne, vor dem Lottoladen und trinkt Kaffee. Dazu gesetzt und erzählt, das Buchstabenmuseum um die Ecke. Ein großes Frühlingsblumenbeet vor dem Dom war zur Selbstbedienung freigegeben, wir nahmen auch drei feine Gartenblümchen mit. Die Stadtgärtnerei will neu bepflanzen, die alten sollen nicht im Müll landen. Ein Markttreiben. Der Himmel über dem Dom so blau. Flugzeuge im Landeanflug, es ist laut.  Die armen Reisegruppen von den Flusskreuzfahren schlendern ungemütlich hinter den Vikingnamensdingerträgern her. Den Buchladen gibt es noch, den Antiquar ein paar Meter weiter ebenso. Der Kardinal rennt nicht mehr rum und lacht und lässt das schwarze Gewand flattern.

Stadtmenschen scheinen permanent was im Mund zu wälzen, nicht nur Kauzeugs, vielleicht Wochenmarktrohspargelstückchen, kaum jemand lacht, nur wir vorm Lottoladen.

Was ich sagen wollte: wie mir das gefällt, einfach jemanden zu treffen. Unvermutet, und dann mit dem länger sprechen. Nachhaltig. Das bietet kein Nachthemdhofgang auf dem Dorf!