Die schwarze Samthose lag lange tatenlos herum, wird endlich getragen und wärmt kühle Windbeine.

Die Wäscheleine, zwischen die alten Apfelbäume gespannt, reicht nicht aus, so hängen Socken und andere Kleinteile an morschen Kleinästchen, oder flattern gar über die noch schrundige Wiese.

Man bereitet derzeit keinen Wildschweinbraten mit Rotkraut, Knödeln und Preiselbeerbirnchen, eher plant man Osterzicklein oder Feldhasengeschmurgel.

Man schläft wieder nackt und streckt die Hände nicht ins Weite, sondern gelegentlich an Guttustellen. Wenn eine solche Stelle schnurrt oder selig brummt, umso besser.

Man hat zwei Tage Sommer, sitzt bis zur späteren Stunde unter der Blaulindenlaube, darauf folgen wieder reguläre Aprilscherztage mit kühlen Winden und rasenden Wolken.

Ob der dreijährige Enkel schon mit einem Auge zugekniffen in ein Kaleidoskop schauen kann? Ach ja, so eine Becherlupe soll er auch bekommen zur Käfernahbesichtigung.

Die alte Frau vom Zehnthof, die als letzte vom Ort Kühe besaß, bei der wir immer Milch holten in der alten Blechkanne, deren Mann in Stalingrad war und später im Hof saß und Geige spielte, deren Schwester eine Missionarin in Afrika war, die mit einem Religionsphilosphen korrespondierte und alle Nazidenunzianten des Ortes nennen konnte – die ist nun gestorben.

Die schwarze Samthose könnte ich zur Trauerfeier tragen. Dazu so ein ungarisch angehauchtes Dunkelrotrosenbröschlein an der Goldknopfjacke.