Der Wein war ein Gedicht

 

Kartoffeln schälen

Möhren schaben

Derweil sich schon am Weißen laben.

Frisch beträufeln

Und gelassen

Den Roten abseits atmen lassen.

 

Tomaten vierteln

Schoten waschen

Na gut – nochmal vom Weißen naschen.

Fischbett machen

Ofen wärmen

Vom Bukett des Roten schwärmen.

 

Fisch ins Bett

Bett ins Rohr

Schmeckt der Weiße nach wie vor?

Durchaus! Chapeau!

War auch nicht billig

Der Rote riecht extrem vanillig.

 

Geiter Zwang –

Quatsch: Zweiter Gang!

Weißer – bist ein guter Fang!

Wühnchen haschen?

Hühnchen waschen!

Wird daschu der Rote paschen?

 

Mussich kosten

Junge Junge

Der liegt ewig auf der Zunge!

Tut mir lei – Hicks

Tut mir leiter

Dagegen ist der Weiße Zweiter!

 

Huhn muß raten?

Braaten! Rohr –

Fisch vergessen – kommt mal vor!

Kann nix machen

Muß zum Müll

Der Rote macht mich lall und lüll.

 

Dummes Huhn

Bis morgen dann

Heut leg´ ich keine Hand mehr an

Dein Fl – Dein Fl –

Dein tzartes Fleisch

Wo far denn noch die Wlasche gleisch?

 

Versteckdichnich!

Ich finde dich!

Heutkochichnich heutrinkichdich!

Da bissuja

Mein roter Bruder

Dadi Dadu Dadi Daduda!

 

(Fritz Eckenga. In: Lustige Lyrik. Fünfzig komische Gedichte. Ausgewählt von Harry Fröhlich. Reclam Stuttgart 2003, 2010)

Nachzuhören, vom Dichter selbst gesprochen, hier:

http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr2/wdr2-kabarett/audio-fritz-eckenga-classics-der-wein-war-ein-gedicht-100.html