Überraschung! Das hätte ich nie von mir gedacht, dass ich mal ungeschminkt dem Schornsteinfeger gegenübertreten kann. Was soll noch werden?

Seit ich Kniebundhosenteenager war, also seit ungefähr fünfundachtzig Jahren, gehe ich nicht ohne so cooles Augenschwarz vor die Tür. Nase ungepudert lassen, undenkbar!

Das feindünne Haar steckte in einem Tüllrosenduttchen oder war später in Lilalatzhosenzeiten raspelkurz. Wie man es damals so hatte als Merianmärchenprinzessin im rosa Rüschenbikini. Eine Ziege an der Leine besaß ich nie. Die kam erst ins Haus, als der Sohn einen entsprechenden Freund mitbrachte.

Ungefiltert rasen Eindrücke herum, besonders während der Wäschedraußenaufhängpremiere. Die Leine schwarz will erst geputzt werden und fester gespannt, damit die Hemden nicht kippeln. Leichtere Nichtbusinesswäsche schwingt eh besser am alten Apfelbaum. Lebte ich in einer Flachzaunneubausiedlung, könnte ich so nicht verfahren. Zum Glück kann ich hier mein Eigenbrötlerinnentum voll ausleben. Komische Großmütter gibt es zuhauf, einige werden eingesperrt, müssen am hölzernen Tellerrand knabbern und aus alten Zinnbechern trinken. Sind am Pflegeheimbett fixiert und brüllen die ganze Zeit nach ihrer Mama. Jetzt bitte nicht weiterdenken!

Noch ein Heine-Sprüchlein zum Schluss, ich fand es im Vincent-Klink-Buch „Ein Bauch spaziert durch Paris“:

Ein Kluger bemerkt alles.

Ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.