Eigentlich wäre ich an so mancher Lebensstelle gerne abgebogen, nicht in Richtung Einbahnstraße, sondern hinter dieser flatterbunt angezogenen Frau her, die eine Staffelei durch die Arkaden von Uzes trug. Lebte in einem gläsernen Atelierhaus am Meer, Nähe Husum, um das der Regen peitscht, in das die beschirmten Grautouristen versuchen, hineinzugucken.

So ein flatterhaftes Lotterwesen wollte auf der Wiese bleiben, auf der sie als Kleinkühe das Gras fressen übten, sich runter rollen ließen bis vors Backhaus, wo die Dorfmutti mit den frischen Butterbroten wartete. Die hielt uns Grasfressermädchen die „Donge“ hin, warf nach Bedarf noch etwas Zucker drüber und lachte über dreckige Finger und Füße.

Das Leben der Wandermenschen, die besonders an Abbiegestellen gefordert sind, sich entscheiden müssen, immer mitgeführt, sei es über Andreas Altmann, Wolfgang Büscher, ganz früher Kerouac, heutzutage über meine geliebten Geh-oder Radfahrblogs. Grad ist Jürgen „Irgendlink“ wieder los und ich „verfolge“ seine Reise. Dieses Umtriebgen habe ich nicht, eher das Gegenteil, das der seligen Faulenzerei. Umso dankbarer bin ich für virtuelle Möglichkeiten der Mitreise!

Wandervereine oder auch nur Reisegruppen, da versperre ich mich, schleiche lieber auf Geheimwegen um Kirchen herum, in sie hinein oder an Mauern entlang über morsche Brückchen. Klammere mich an schrundiges Holz von Jägerhochsitzen oder buddele stundenlang in alten Steinbrüchen. Die Erde, die Steine, das Wasser, Holz und Feuer – und erst die Düfte!

Eine späte Edelauslese von Freundinnen und Freunden ist noch da, nicht abgebogen in konsequente Feindschaft oder gar ins Totenreich. Neue werden gerade ertastet. Gesucht wird nach ähnlichem Abbiegeverhalten, nicht auf öde Rentnerliegesessel vor den Apparaten, mehr so die wilden Tsunamischicksalsforscher mit den klobigen Wanderschuhen, kein Fähnchen im Wind.

Die blauen Gedichte rausholen und mehrmals durch einen Kreisel kreiseln – wie oft ist es erlaubt, einfach nur herum und wieder herum zu fahren?