An der Themse damals sah ich dunkle Gestalten über den Uferschlamm wandern mit Stöcken und unten was dran, auch hier gehen Schatzsucher über die Felder, schleichen sich durch Rebreihen.

Außerdem sah ich in einem Nachtisch im angeblich besten Restaurant der Welt („Noma“ in Kopenhagen) lebende Ameisen um ihr Leben krabbeln. Die kochen alles aus dem Wald, aus dem Park und vom Wasser. Baumrindensößchen, Eichhörnchennachlassschaum, moosige Suppen, aromatisches Fichtenharzsouffle, sowas halt. Ich finde es abartig, doch junge Leute, besonders Köche, sind eh seltsam, und oft so herrlich anders gestrickt – gestern Abend in einem Improvisationstheater wilde Stücke auf Zuruf gesehen. Eine Sache besonders schräg: das Synchronisieren. Eine Figur bewegte die Lippen und gestikuliert mehr oder weniger heftig, die andere spricht die Worte, die vermutlich gesagt werden. An sich keine einfache Übung, man probiere es mal am Frühstückstisch.-Es gab Kaskadengelächter und vor Anstrengung rote Köpfe.

Im Garten starten Krokanten, Miniirise, Hasenglöckchen, Haselnusslämmchen. Die Amseln wollen keine ollen Äpfel mehr, sie finden Besseres. Ich gehe auf die Suche nach Mäusegerippchen, Gewölle, Maulwurfsgeweihen, Eichhörnchenkörnchen und greife versehentlich in Weißdornstacheln.

Neue Teekataloge und Ökoweinprospekte treffen ein – und lassen mich kalt. Gut, den Winter überlebt zu haben. Liegt noch Leben vor uns?