Entgegen der Trockenfräuleinsblogschwäche und gewissen Dünnhautverheultheiten, die nicht näher zu beschreiben sind, lese ich im Gemütlichkeitsbuch „Ein Bauch spaziert durch Paris“ (von Vincent Klink)- verlese mich ab und zu und muss unwillentlich schief lächeln. Da schäumt beispielsweise eine Gehhilfe die Butter auf – ach, ach, es war nur ein Gehilfe. Und über Ober Zinnober oder sonstige steht da:

„Jeder professionelle Kellner taxiert seine Gäste ganz genau, wird sich dies jedoch niemals anmerken lassen. Aus diesem Grunde setzen wirklich routinierte Ober ein Pokerface auf, was letztlich nur eine Form der Diskretion ist. In guten französischen Restaurants – also den teuren, denn wir reden hier ja nicht von einem Bahnhofskiosk – sind die Kellner wirkliche Herren und ebenso wie die Servierdamen im Auftreten den Gästen ebenbürtig. Damit tut sich manch ein komplexbeladener deutscher Kleingeist schwer und beklagt sich über die Arroganz der Franzosen.“

Als könne man außer in solch amüsanten Büchern zu lesen, nichts gegen die gegenwärtige Schleichblogkrankheit tun! Doch, das geht wohl: Man springt in den kurzen Sonnenscheinphasen ins Freie, betrachtet die Schneeglöckchen in der schattigen Ecke, verstreut ein wenig Asche am Kompost, geht wieder rein, um diffamierende Leserbriefe oder Intimaussagen an ferne Freunde zu verfassen, was sonst!