Bis gestern wusste ich nichts von einem „Gonzo-Journalismus“. Nun dieses Blatt der Woche in meinem geliebten Aufbau-Literatur-Kalender 2017, es kündet davon und von seinem Erfinder. Auf dem Foto ein verwegener Kerl, darunter der kleine Text über ihn, der so beginnt:

„Hunter S. Thompson wurde 1937 in Louisville, Kentucky, geboren und starb….“Na ja, man kann über ihn anderweitig lesen.

Interessanter fand ich den Auszug aus seinem ersten Roman: The Rum Diary – der sich über dem Foto befindet:

„Wie die meisten war ich ein Suchender, unzufriedener und immer auf Achse, dann wieder ein kopfloser Draufgänger. Nie hatte ich genug Muße, großartig darüber nachzudenken, aber ich spürte, dass ich instinktiv richtig lag. Ich hielt es mit dem Optimismus der Heimatlosen, der besagte: wir waren auf dem richtigen Weg, einige kamen unglaublich gut voran, und die Besten von uns würden es irgendwann von selbst über den Berg schaffen.

Gleichzeitig wurde ich den dunklen Verdacht nicht los, dass unser Leben eine verlorene Sache war und wir wie Schauspieler in einer sinnlosen Odyssee herumirrten und uns selbst in die Tasche logen. Es war die Spannung zwischen diesen beiden Polen – einem ungebrochenen Idealismus auf der einen und einer Ahnung vom drohenden Untergang auf der anderen Seite -, die mich auf den Beinen hielt.“