Damals

 

Laßt mir den Geschmack am Damals!

Vor der Zukunft ist mir bang,

weil es immer anders kam als

ich es hoffte, lebenslang.

 

Gerne werd ich zum Gespött in

Kreisen, die robuster sind.

Für den Charme der mächtigen Göttin

„Jetztzeit“ bin ich leider blind.

 

Die gesamte Lichtreklame

(und „Mehr Licht!“ ist heute Trumpf)

schenk ich der pompösen Dame

gern für einen Auerstrumpf.

 

Einer Droschkenrosinante

zu begegnen, welch ein Fest!,

die im Lauf wie Atalante

goldne Äpfel fallen läßt.

 

Aber die den Venuswagen

schwirrend durch die Lüfte ziehn,

echte Spatzen sozusagen,

gibt es nicht mehr in Berlin.

 

(Peter Gan. In: Flügel der Zeit. Deutsche Gedichte 1900-1950. Auswahl und Nachwort: Curt Hohoff. Fischer Frankfurt 1956)